[ bfr-rundbrief ] Zeitschrift des Bundesverbandes Freier Radios 4. Quartal 2008 Themen: - BFR-Kongress 2008 - BFR fordert Ehalt von Flora - Hintergründe zum Castorradio - Sachsen rückt von Abschalttermin ab Seite 2 Inhalt: BFR-Kongress 2008 Seite 3 Aus für Flora Seite 5 zip-fm Seite 6 EU-Projekt Seite 7 Castorradio Seite 8 Sachsen rückt vom Abschalttermin ab Seite 9 Civilmedia 2008 Seite 10 Love-Hate-Synthesis Seite 11 Ausschreibung Seite 13 Adressen Seite 14 Termine Rückseite Editorial Willkommen bei den Freien Radios, wie jedes mal um diese Zeit, veranstaltet auch Ende diesen Jahres der BFR einen Kongress Freier Radios . Am letzten Novemberwochenende lädt Querfunk in Karlsruhe alle RadiomacherInnen in den Freien Radios und Interessierte ein zusammenzukommen, voneinander zu lernen und gemeinsam zu diskutieren. Ein Schwerpunkt wird diesmal das Thema Musik im Freien Radio sein. Mehr Infos dazu hier auf den nächsten Seiten. 1000 Sendungen kann das Infomagazin "Zip-fm" mittlerweile vorweisen. Von vielen Freien Radios wird es regelmäßig produziert und in noch viel mehr ausgestrahlt. Zur Entstehungsgeschichte und den Hintergründen informiert Euch die zip-fm-Redaktion. Anlässlich der bevorstehenden "Civilmedia 08" haben wir zudem einen Gastbeitrag aus Salzburg im Heft, der sich zum Abschluss des europäischen Jahres des Interkulturellen Dialogs kritisch mit den Realitäten der westlichen Welt auseinandersetzt. Gute Unterhaltung und schon jetzt Guten Empfang für 2009, wünscht die Rundbrief-Redaktion. Seite 3 BFR-Kongress 2008 Einladung nach Karlsruhe zu Querfunk Für das letzte Novemberwochenende 2008 (28.- 30.11.) sind alle Radiomachenden und Radiointeressierten zum diesjährigen Kongress des Bundesverbandes der Freien Radios eingeladen. In der gemütlichen Atmosphäre des Gewerbehofes in Karlsruhe wird am Samstag ein interessantes Workshop-Programm geboten, um dann am Sonntag die Jahreshauptversammlung des Verbandes durchzuführen. Den Anfang des Programm macht am Freitagabend die AFF (Landesverband der Freien Radios in Baden-Württemberg) mit einer Veranstaltung zum neuen Versammlungssrecht in Ba-Wü. Auch dieses Jahr werden wir uns mit den Folgen der zunehmenden Digitalisierung im Medienbereich beschäftigen. Einer der drei Workshops am Samstag beschäftigt sich unmittelbar mit der möglichen Digitalisierung des Hörfunks: "Radikal digital? Freie Radios und die Digitalisierung des Hörfunks". Der Workshop zur Musik im Freien Radio hat die digitalen Verbreitungswege von Musik im Auge: "Musikredaktion im Wandel - Chancen und Herausforderungen in Zeiten neuer Verbreitungswege". Auch der Workshop "Internationale Programmvernetzung Freier Medien" hat indirekt mit digitalen Verbreitungswegen zu tun, weil erst durch breitbandiges Internet eine zeitgleiche Übertragung effektiv möglich wurde. Näheres zu den Workshops in den Beschreibungen auf Seite 4. Die drei Workshops müssen aber nicht die einzigen Austauschmöglichkeiten für Radiomachende auf dem Kongress bleiben. Wenn ihr weitere Themen auf dem Kongress besprechen wollt, meldet euch bitte frühzeitig, damit wir auch Räumlichkeiten dafür bereitstellen können. Veranstaltungsorte: Der Kongress findet in den Räumen von Querfunk und weiteren Räumen im Gewerbehof Karlsruhe statt. Steinstr. 23, 76133 Karlsruhe. Der Gewerbehof liegt in der Innenstadt von Karlsruhe. Entsprechend schwer ist es, Parkplätze zu finden. Der Gewerbehof ist aber gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Fast alle S-Bahnen und Trams führen zu einer in der Nähe liegenden Haltestelle (Ettlinger Tor / Markplatz / Kronenplatz). Wegbeschreibung unter: http://entropia.de/wiki/Anfahrt Anmeldung: Bitte bis Montag 24. November unter der Adresse: workshop@querfunk.de formlos mit Name, Radio/ Radioinitiative, fleischessend/vegetarisch/vegan, Ankunftszeit/-tag Unterbringung: Schlafen werdet ihr privat in verschiedenen WGs, solange der Platz reicht. Dazu gibt es ein bis zwei "Massenquartiere". Bitte Schlafsack und Isomatte mitbringen! Kosten: Für ausreichend leckeres Essen werden wir sorgen, warmes Essen wird es aber nur am Samstagabend geben (Vegan); der Teilnahmebeitrag wird 15 Euro nicht überschreiten. Der BFR hat unter Umständen die Möglichkeit, Zuschüsse zu den Fahrtkosten zu geben. Bitte informiert Euch! Seite 4 BFR-Kongress 2008 Programm: Freitag 28.11.2008 ab 17:00 Uhr Anreise (Imbiss, Schlafplatzverteilung) 20:00 Uhr Veranstaltung der AFF (Landesverband Ba-Wü) "Das neue Demonstrationsrecht in Ba-Wü und die Auswirkun gen auf die Medien"Frank Zach (Vorstandssekretär; DGB Bezirk Baden-Württemberg) und ein/e VertreterIn der AFF Samstag 29.11.2008 9:00 Uhr Frühstück 10:00 Uhr Workshops (Pause 13:30): Parallel: 1. "Musikredaktion im Wandel - Chancen und Herausforderungen in Zeiten neuer Verbreitungswege -" ReferentIn: Eva Garthe (Abweichender Ort: Werderplatz Karlsruhe Südstadt 10-Fußminuten von Gewerbehof) 2. "Radikal digital? Freie Radios und die Digitalisierung des Hörfunks" Referent: Johannes Wilms 3. "Internationale Programmvernetzung Freier Medien" ReferentIn: Viviana Uriona (Radio Forum) 19:00 Uhr Abendessen Sonntag 30.11.2008 9:00 Uhr Frühstück 10:00 Uhr BFR-Mitgliederversammlung Workshop: Musikredaktion im Wandel "Chancen und Herausforderungen in Zeiten neuer Verbreitungswege" Die Radiolandschaft hat sich in den vergangenen Jahren gewaltig verändert. Digitalisierung und Fragmentierung leisten einer verschärften Konkurrenzsituation Vorschub und haben eine veränderte Nutzung sowie veränderte Hörgewohnheiten zur Folge. Live-Streams, Podcasting, Audio-On-Demand, Blogs und Webchannels sind nur einige der Blüten, die das treibt. Und all das bleibt natürlich nicht ohne Auswirkungen aufs Programm und die Programmmacher: Die Anforderungen an Musikredakteure, die neuen Verbreitungswege in die bisherigen Abläufe einzubinden, steigen. Ziel des Workshops ist die Auseinandersetzung mit den sich verändernden Arbeitsbedingungen und Möglichkeiten. Wo finden sich bereits brauchbare Konzepte: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk vs. Internetradio vs. Freie Radios vs. Web 2.0-Anwendungen wie Last.fm oder Myspace? Über den Vergleich von herkömmlichen und neuen Distributionskonzepten von Musik-Content versuchen wir gemeinsam Perspektiven zu erarbeiten, wie in der Musikredaktion mit den neuen Entwicklungen gewinn- und spaßbringend umgegangen werden kann. Eva Garthe Workshop: Internationale Programmvernetzung Die Begleitung der G8-Proteste und die Einrichtung eines alternativen Medienzentrums in Rostock haben gezeigt wie notwendig eine alternative bzw. Gegenöffentlichkeit in diesen Zeiten ist. Wir haben erlebt, dass es nicht einfach ist, auch wenn wir alle "das Gute" wollen, gemeinsam zu agieren. Die internationale Zusammenarbeit in der alternativen Berichterstattung wächst kontinuierlich und ist von uns allen erwünscht, um soziale Bewegungen weltweit bekannt zu machen und auch zu zeigen, dass trotz lokaler Unterschiede, die Gemeinsamkeiten überwiegen. Seite 5 Aus für Flora Wir wollen reflektieren, was wir aus den vergangenen Erfahrungen machen wollen und wie in der Zukunft damit umgehen. Im kommenden Jahr finden viele internationale Veranstaltungen statt, unter anderem treffen sich die G8 in Italien. Wenn wir uns darauf einigen, dass wir auch dabei sein wollen, dann sollten wir überlegen wie wir unsere KollegInnen vor Ort unterstützen können ohne sie zu vereinnahmen. Wie können wir eine Athmosphäre des gegenseitigen Lernens und der gemeinsamen Entwicklung schaffen und wie eine Nachhaltigkeit in dieser Arbeit? Viele Fragen, es können noch mehr dazu kommen, die wir versuchen werden, gemeinsam zu beantworten. Viviana Uriona Workshop: radikal digital? Ein Workshop in Haupt- und Nebenstrecken ... Die Digitalisierung des Rundfunks hat schon längst begonnen. Vorproduktion, Studiotechnik, Speichermedien, Signalketten und Modulationen: kein Radiosender, und auch kein freier, hat heute noch eine rein analoge Sendestrecke. Die Digitalisierung des Rundfunks hat aber laengst noch nicht begonnen - erst zaghaft zeigen sich die Einfluesse des neuen elektronischen Mediums Internet auf das alte elektronische Medium Radio. Es gibt Uploads und Downloads, Sharing (teilen unter Gleichen) und Feeds. Freifunk, Freie Software und Freie Radios ... So blöd es auch klingen mag: Medien verhalten sich zueinander ziemlich familial. Die neuen Medien beerben die alten; die Ölmalerei hat die Fenstermalerei beerbt; die Bronzeskulptur das gehauene Bild. Die Schrift die Zahl. Das Internet das Radio... Johannes Wilms BFR fordert Erhalt von Radio Flora Der Bundesverband Freier Radios (BFR) protestiert gegen die Entscheidung der NLM, dem Hannoveraner Freien Radio Radio Flora eine weitere Sendelizenz nach dem 31.03.2009 zu verweigern. Unter dem Vorwand mangelnder Akzeptanz des Programms wird ein selbstorganisierter, zugangsoffener und demokratisch strukturierter Programmveranstalter vom Äther genommen. Stattdessen dokumentiert die Entscheidung der NLM, die Sendelizenz einer "106,5 Rundfunkgesellschaft gGmbH" zu erteilen, dass im niedersächsischen Modell des Bürgerfunks gesellschaftskritische Stimmen und offener Zugang für gesellschaftlich Benachteiligte, souveräner Medienzugang für Minderheiten und Subkulturen nicht erwünscht sind. Kriterien wie "professionell" und "reformorientiert", mit denen die NLM-Versammlung ihre Entscheidung begründet, bilden keine Basis für zugangsoffenen kritischen Gesellschaftsfunk. Nicht zuletzt bedeutet die Entscheidung der NLM auch den Verlust medialer Ausdrucks- und Kommunkationsmöglichkeiten für zahlreiche HannoveranerInnen mit nichtdeutscher Muttersprache. Radio Flora hat über viele Jahre bewiesen, welche Programmvielfalt und -qualität mit begrenzten Ressourcen zu leisten ist. Diese Leistungen wurden im übrigen auch von VertreterInnen der NLM immer wieder anerkannt. Dass für die Sendetätigkeit von Radio Flora ein gesellschaftliches Bedürfnis in Hannover vorhanden ist, beweisen nicht nur 5.500 gesammelte Unterschriften und über 140 neue Vereinsmitglieder. Es ist uns nicht nachvollziehbar, wie die NLM zu dem Ergebnis kommen konnte, dass der Mitbewerber demgegenüber "die größere Vielfalt der Meinungen im Programm" gewährleisten könne. Wir protestieren scharf gegen die Verfahrensweise der NLM und fordern eine Revision der Lizenzentscheidung. Radio Flora ist Gründungsmitglied des BFR und Seite 6 war 1994 Ausrichter des ersten BFR-Kongresses, auf dem der Bundesverband Freier Radios seine Charta beschloss. In dieser Charta fordert der BFR: "Jedes Freie Radio hat das Recht auf eine eigene lokale Frequenz". In diesem Sinne unterstützen wir Radio Flora in seinem Bestreben, auch nach dem 31.03.2009 ein freies, nichtkommerzielles, zugangsoffenes und gesellschaftskritisches Radioprogramm zu gestalten. NLM-Pressemitteilung dazu: http://tinyurl.com/nlm-flora Radio Flora Webseite: www.radioflora.de Tausend mal zip-fm Am 22. Oktober war es soweit, und das 1000. zip-fm ging auf Sendung. Etwa sechs Jahre hat es gebraucht, bis die Zahl erreicht war, denn zip-fm wird nur vier mal pro Woche produziert - und dazwischen drin gab´s auch immer mal wieder Sommer-, Oster- oder Weihnachts-"ferien". Regulär auf Sendung ging zip-fm im Oktober 2002. Davor hatte es im Sommer 2002 schonmal eine Probewoche gegeben. Doch die Idee für zip-fm entstand eigentlich schon im Juli 1997 an einem Küchentisch in Geiswasser im Elsaß. - Oder war es umgekehrt, dass die Idee auftauchte und dann wurde ganz schnell ein Küchentisch organisiert? Mitte der neunziger Jahre waren viele Freie Radios neu entstanden, die meisten von ihnen hatten ein ähnliches Problem: den politischen Anspruch, eine regelmäßige Info-Sendung zu gestalten, die den Mainstream-Nachrichten der etablierten Medien unsere eigene Sicht entgegenstellte - oder sie zumindest um eine andere Sicht ergänzte -, gleichzeitig aber nicht genügend Leute, die eine solche Sendung auf Dauer gewährleisten konnten. Was lag also näher, als sich zusammenzutun und gemeinsam ein Info-Magazin zu produzieren? Das Konzept für das Infomagazin, das in einem rollierenden System von verschiedenen Freien Radios produziert werden sollte, war bald fertig. Aber es tauchten auch Bedenken und Widerstände auf. Wäre es nicht besser, so wurde gefragt, die überregionale Info-Redaktion stellte nur die Einzelbeiträge zur Verfügung, die in den einzelnen Radios dann zu einem Magazin zusammengestellt und moderiert würden? Dem hielten die Befürworterinnen und Befürworter des neuen Magazins entgegen, dass in vielen Radios die personellen Kräfte noch nicht einmal so weit reichten, dass das Magazin dort regelmäßig zusammengestellt und moderiert werden könnte. - Der Streitpunkt im Hintergrund war die Frage, ob das Konzept der überregionalen Redaktionsgruppe sich vereinbaren ließ mit dem Selbstverständnis und der Eigenständigkeit der einzelnen Freien Radios oder ob da nicht doch einige "Politmacker" in zentralistischer Manier die Linie für die Freien Radios vorgeben wollten? Das Misstrauen saß recht tief. So vernetzten sich die Freien Radios zuerst an dem Punkt, über den sie sich einig waren, und arbeiteten an dem "Regalsystem", einem Archivsystem, in das die einzelnen Radios über Internet sendefähige Audiobeiträge einstellen oder zum Senden abrufen konnten. Das "Regalsystem" ging 2001 als www.freie-radios.net in Betrieb. Danach brauchte es nicht mehr lange, bis auch die Zeit für das überregional produzierte Info-Magazin reif war: zip-fm wurde im Frühsommer 2002 auf dem Radiocamp in Markelfingen am Bodensee gegründet, im Herbst ging es regulär auf Sendung. Die Idee, das Magazin reihum in verschiedenen Städten zu produzieren, hat sich bewährt, ebenso der Aufbau des 30-minütigen Magazins mit (meistens) vier Einzelbeiträgen. Und beibehalten wurde auch die politische Linie, der gemeinsame Nenner, von dem die redaktionelle Zusammenarbeit getragen ist: So sind Berichte über Castor-Transporte, Sozialabbau, die Auseinandersetzung mit Rassismus und Rechtsextremismus, Geschichtsaufarbeitung etc. immer wieder in zip-fm zu hören. Das ist keine Selbstverständlich- Seite 7 EU-Projekt keit, sondern wird immer wieder er-diskutiert, auf der Mailingliste der Redaktion oder beim zwei Mal im Jahr stattfindenden Redaktionstreffen. So sehr zip-fm sich über die Jahre treu geblieben ist, es gibt auch Veränderungen. Die meisten davon sind wahrscheinlich der Entwicklung des Internets in den letzten Jahren geschuldet. Mittlerweile hören uns viele gar nicht mehr in "ihrem" Freien Radio vor Ort (mal abgesehen davon, dass immer noch viel zu viele Städte in der Bundesrepublik ohne Freies Radio sind!), sondern als Podcast im Internet. Spiegelbildlich sind auch in der zip-fm-Redaktion Menschen, die nicht fest an ein Freies Radio angebunden sind: Die Radiokampagne in Berlin hat kein Freies Radio, ähnlich, wenn auch anders, ist es bei Radio Quer in Mainz oder Dissent in Darmstadt. Menschen, die den Freien Radios verbunden sind, leisten ihren Beitrag zu zip-fm beispielsweise aus Bergen in Norwegen oder New York. Auf die Idee, die zip-fm-Redaktion für das heimliche (Möchtegern-) Zentralkommittee der Freien Radios zu halten, kommt heute wohl niemand mehr. - Nur ein kleiner Widerhaken ist davon noch geblieben: Viele halten noch immer die Macherinnen und Macher von zip-fm für "die absoluten Checker" - obwohl wir uns selber gar nicht so fühlen! Und weil wir unseren Traum aus der Anfangszeit immer noch träumen, eines schönen Tages zip-fm an fünf, sechs oder gar sieben Tagen in der Woche zu produzieren, laden wir herzlich ein zur Mitarbeit! Ihr erreicht uns über das Kontaktformular auf: www.zip-fm.net zip-fm-Redaktion Neues EU-Projekt bei Radio Z Unter dem Titel "Lokal Europa" wird es ab dem 5. November 2008 in Nürnberg bei Radio Z eine Radiosendung geben, die von da an wöchentlich produziert und ausgestrahlt wird. Jeden Monat wird ein Schwerpunkt zu EU-bezogenen Inhalten gesendet. In drei- bis vier Sendeeinheiten a 30 Min. wird vorbereitend in die Thematik eingeführt, um dann in einer einstündigen Live-Sendung mit Studiogästen zu gipfeln. In dieser Live-Sendung sollen Fachexperten und Fachexpertinnen ausführlich zum Schwerpunktthema Rede und Antwort stehen, oder es findet eine offene Live-Diskussionsrunde statt. "Lokal Europa" will aufklären und die öffentliche Diskussion fördern und kompliziert wirkende Sachverhalte für die Bürger und Bürgerinnen der EU aufarbeiten und greifbar machen, auch im Hinblick auf die EU-Parlamentswahlen 2009. Es werden vor allen Dingen Themen und EU-Entscheidungen angesprochen, deren Auswirkungen auf lokaler und regionaler Ebene spürbar sind. Die Bürger und Bürgerinnen werden aber nicht einfach nur informiert, sondern auch motiviert zu partizipieren: Sich zu äußern, einzumischen und mit Verantwortlichen vor Ort zu diskutieren. Ziel des Projekts ist es, die Hörer und Hörerinnen zu Teilnehmenden zu machen und in den Sendeverlauf bzw. das Projekt zu integrieren. Keine zwei Medien ergänzen sich so gut wie Rundfunk und Internet. Parallel zur Radiosendung "Lokal Europa" entsteht daher die Internetseite www.europa-kanal.de. Hier wird es aktuelle Informationen über EU-Themen und alle Sendungen, die im Rahmen von "Lokal Europa" produziert werden, geben. Außerdem stehen sie als Podcast zum Download zur Verfügung. Das Projekt "Lokal Europa" wird von der Europäischen Kommission im Rahmen von "Debate Europe" gefördert. Kontakt: lokaleuropa@yahoo.de Webseite: www.europa-kanal.de Seite 8 Castorradio Restrisiko - die Anti-Atom-Radiostruktur für den deutschsprachigen Raum Restrisiko entstand als Anti-Atom-Sendung auf bermuda.funk, dem Freien Radio in der Rhein-Neckar-Region im Jahre 2000. Seitdem läuft die Sendung dort einmal im Monat eine Stunde. Die Sendungsmachenden verstanden sich von Anfang an als Teil der Anti-Atom-Bewegung. Die Besetzung der Sendung wandelte sich im Laufe der Zeit immer wieder. Das Sendegebiet erweiterte sich, da Restrisiko in anderen Freien Radios als Austauschsendung übernommen wurde. Als die Sendung bereits in vielen Radios lief, verließ einer der Redakteure die Stadt - und uns Sendungsmachenden wurde bewusst: Restrisiko muss unabhängiger von Einzelpersonen werden. Die Idee einer "verstreuten Redaktion" im deutschsprachigen Raum war schnell geklaut: bei zip-fm funktionierte das schließlich schon sehr gut! Ein Karlsruher Kollege nannte unseren Größenwahn beim Namen: "restrisiko_goes_umfassend". Noch war das Projekt nur eine fixe Idee, gefüttert von dem Stress der persönlichen Zeitnot, aber einen Namen hatte es schon! Mittlerweile läuft die Sendung auf 12 verschiedenen Radios in Deutschland und der Schweiz. Getragen wird das Projekt von mehreren Personen aus Mannheim, Marburg, Karlsruhe und Darmstadt, die abwechselnd und/oder in Zusammenarbeit die jeweiligen Sendungen produzieren. Doch wie das leider bei vielen Projekten der Fall ist: Restrisiko braucht Unterstützung. Es werden Leute gesucht, die Beiträge zum Thema Anti-Atom produzieren und/oder sich an der Erstellung der Sendung beteiligen wollen. Mittlerweile finden sich auch häufiger Beiträge auf www.freie-radios.net, die für die Sendung verwendet werden. Eine Vernetzung der bislang nicht vernetzten Produzierenden wäre für uns wünschenswert. Natürlich freuen wir uns auch immer über weitere Radios, die die Sendung Restrisiko in ihr Programm aufnehmen wollen. Bei Interesse an der Beteiligung an der Sendung oder der Aufnahme ins Programm wendet euch einfach an: restrisiko@bermudafunk.org. Neben der monatlichen Anti-Atom-Sendung gibt es auch immer zum Castortransport nach Gorleben eine Liveberichterstattung von vor Ort, an der diverse Einzelpersonen aus der ganzen Republik beteiligt sind. Zu hören ist das Programm entweder bei Radio Zusa aus Lüneburg oder per Livestream. Dieses Jahr rollt der Castor voraussichtlich ab dem 8.11.08 und alle sind wieder herzlich eingeladen ins Wendland zu kommen und den Widerstand zu unterstützen. Radio mitbringen nicht vergessen! Alle wichtigen Termine gibt es unter www.castor.de Alle wichtigen Hintergründe zu den Aktionen, Camps etc. gibt´s unter: www.bi-luechow-dannenberg.de. Seite 9 Sachsen Sachsen rückt von UKW-Abschalttermin ab Als letztes Bundesland rückt Sachsen vom 31. Dezember 2009 als Abschalttermin für analoges Radio ab. Während an anderer Stelle bereits darüber diskutiert wird, ob ein fester UKW-Abschalttermin angesichts der bisherigen Entwicklung des Digitalradios überhaupt sinnvoll und haltbar ist, legt Sachsen erneut ein festes Abschaltdatum fest. Der Hörfunk soll jetzt voraussichtlich im Jahr 2015 komplett digitalisiert werden. Dafür wurde Paragraf 4 Absatz 6 des Sächsischen Privatrundfunkgesetzes geändert: "Hörfunkprogramme im UKW-Band dürfen bis zum Ablauf des 31. Dezember 2014 weiter in analoger Technik übertragen werden". Zunächst unklar war wie die Sächsische Landesmedienanstalt (SLM) mit den befristeten UKW-Lizenzen umgehen wird: unkomplizierte Verlängerung oder Neuausschreibung mit aufwändigem Antragsverfahren? (siehe BFR-Rundbrief III/2008) Mittlerweile hat die SLM den sächsischen NKL coloRadio (Dresden), Radio blau (Leipzig) und Radio T (Chemnitz) - und allen privat-kommerziellen Sendern - mitgeteilt, dass ein formloser Antrag ausreicht, um bis 2015 auf UKW weiterzusenden. Das letzte Wort hat jetzt der Medienrat, der in einer der nächsten Sitzungen über die Anträge abstimmen wird. Ungeklärt bleibt allerdings weiterhin wer ab dem 1. Januar 2010 die Sende- und Leitungskosten der drei NKL für die wöchentlich je 49 Stunden zahlt. In Sachsen übernimmt nämlich die Landesmedienanstalt von diesen Kosten lediglich einen kleinen Teil. Den Großteil zahlt die Betreibergesellschaft des Mantelprogramms und die Kooperationsvereinbarung mit den NKL endet wie ursprünglich die Lizenzen zum 31. Dezember 2009. Bislang hat sich die Betreibergesellschaft auf Nachfrage nicht zu einer Verlängerung der Vereinbarung geäußert. Die SLM nimmt den Standpunkt ein, dass sich die Kooperationsvereinbarung mit der Verlängerung des UKW-Lizenzzeitraums ebenfalls verlängert und erinnert sich scheinbar daran, dass das Mantelprogramm mit der Auflage ausgeschrieben worden war, die Sende- und Leitungskosten der NKL zu finanzieren. Weiterhin ausgeschlossen bleibt durch das Sächsische Privatrundfunkgesetz die institutionelle Förderung der NKL durch die Landesmedienanstalt. Zumindest wird der entsprechende Paragraf (§ 3 Absatz 1 SächsPRG) bisher zum Nachteil der NKL ausgelegt ("eine monetäre Unterstützung scheidet grundsätzlich aus"). Alle bisherigen Versuche politischer Einflussnahme, um das Privatrundfunkgesetz eindeutig zugunsten der NKL umzuformulieren, blieben erfolglos. Eine institutionelle Grundsicherung hätte jedoch über den unmittelbaren finanziellen hinaus den Vorteil, den Status von NKL politisch generell zu verbessern und anzuerkennen, dass von diesen rundfunk- und gesellschaftspolitisch wichtige Leistungen erbracht werden. In Sachsen scheint der Gesetzgeber hiervon weit entfernt zu sein. Andreas March, Radio blau, Leipzig Seite 10 CivilMedia 2008 Civilmedia 2008 Salzburg, 4. - 6. Dezember 2008 Cultures - Participation - Dialogue Die Civilmedia 2008 beschließt das "Europäische Jahr des des Interkulturellen Dialogs" mit einer internationalen Tagung. Es ist dies die dritte Veranstaltung der Radiofabrik in der Civilmedia-Reihe zum Thema Zivilgesellschaft und Medien. In diesem Jahr wird die Rolle von Community Medien und Web 2.0 in Zusammenhang mit dem "Interkulturellen Dialog" thematisiert. Welche Herausforderungen ergeben sich für die partizipative Medienarbeit aus der realen Vielfalt und den Ansprüchen einer "Transkulturellen Gesellschaft"? Welche Zukunftsmodelle können entwickelt werden? Welche Erfahrungen und positiven Beispiele gibt es in Europa und anderswo? Diese und ähnliche Fragen werden bei der Civilmedia 2008 im Mittelpunkt stehen. Eingeladen sind VertreterInnen des alternativen Mediensektors, WissenschaftlerInnen, PolitikerInnen, VertreterInnen von NGOs und der Erwachsenenbildung, PädagogInnen sowie alle anderen Interessierten. BürgerInnen-Journalismus Nichtkommerzielle, Freie Radios waren im Bereich der elektronischen Medienpartizipation bahnbrechend. Sie eröffneten neue Kommunikationswege für marginalisierte Personen und Gruppen. Seit Anbeginn waren auch MigrantInnen unter den SendungsmacherInnen. BürgerInnen-Journalismus und "user generated content" bei Freien Radios und im Web 2.0 (Weblogs, Wikis, Podcasting, Online Video) - sind wichtige Werkzeuge und Möglichkeiten, um medial unterrepräsentierten oder ausgeschlossenen Gruppen Gehör zu verschaffen. UnConference Das Wesen einer UnConference ist ihr offenes und partizipatives Konzept. Die Vorbereitung, die Veranstaltung und die Verbreitung der Ergebnisse erfolgen großteils durch die Teilnehmenden. Die Veranstalterin stellt den Rahmen (Raum, Internetplattform, Organisation usw.) zur Verfügung. Jede und jeder ist aufgefordert, sich aktiv - in welcher Form auch immer - am Programm der UnConference zu beteiligen, z.B. durch Vorträge, Workshops, Diskussionen... Teilnahme: Die Teilnahme ist kostenfrei. Einfach unter http://civilmedia.eu registrieren und eventuell einen Beitrag vorschlagen. Der Programmablauf wird ca. 2 Wochen vor der Tagung online gestellt und bleibt flexibel. Im Programm-Wiki lässt sich der Fortschritt der gemeinsamen Planungen beobachten. Auch eine passive Teilnahme ist möglich. Für einen eventuell beötigten Zuschuss zu Reise- und Aufenthaltskosten gibt das Organisationsteam gerne Auskunft, ebenso für die Zimmerreservierung. Tagungsort: Jugend- u. Familiengästehaus Nonntal, Josef-Preis-Allee 14, 5020 Salzburg Info und Registrierung: http://civilmedia.eu Konferenzsprachen: Englisch und Deutsch (bitte bei der Beitragseinreichung angeben!) Infos und Registrierung: http://civilmedia.eu Kontakt: Radiofabrik Verein Freier Rundfunk Salzburg Eva Schmidhuber, e.schmidhuber@radiofabrik.at Tel: +43-662-84 29 61-24 Coveranstalter: VRFÖ Verband Freier Radios Österreich I Radio Corax I Miramedia Seite 11 Gastbeitrag "Love - Hate - Synthesis" - Sind Dialoge möglich? Der Niedergang des Westens erscheint am Beginn des 21.Jahrhunderts unaufhaltsam. Von unerträglich hohem Niveau ausgehend und notwendig. Nach Jahrhunderten Dominanz und einhundertfünfzig Jahren totaler globaler Hegemonie muss sich der Westen wieder dem Wettbewerb mit anderen Kulturen stellen. Seine als universell postulierten Werte stehen auf dem Prüfstand. Von Außen. Von Innen. Jenseits von militärischer Überlegenheit wurde dieser Wertekanon lange überschätzt. Leitkulturen waren schon immer primär "Kulturen der Waffenmacht". Und nur sekundär "Kulturen geistiger Überlegenheit": Das antike Griechenland degenerierte zum intellektuellen Entertainer im römischen Imperium. Das Jahrtausende alte China versank über zwei Jahrhunderte zum Fußball zwischen westlichen Imperialismus und japanischem Rohstoffbedarf. Zyniker wie Samuel P. Huntinton reduzieren überhaupt die historisch eigenständige Leistung des Westens auf zwei Sekten. Mit zwei Chefideologen: "Die Aufklärung" - Voltaire. "Der Kapitalismus" - Adam Smith. Der Rest - von Religion bis Kunst - sei eher Antizipation und Vereinnahmung fremder Leistung. Mit anschließendem Recycling und Verkauf als eigene. Die Faszination, die westliche Kultur ausübt, beruht nicht nur auf Gewaltmonopol. Beziehungsweise Anspruch darauf. Sondern auf diese Gewalt stützende wirtschaftliche Überlegenheit. Der kapitalistischen Wettbewerb und sein Erfolg mag - im Ideal - freie Konkurrenz ums beste Produkt bedeuten. In Praxis aber auch "Krieg mit anderen Mitteln" wie Vernichtung von Ressourcen und Humankapital oder Diebstahl geistigen Eigentums sein. Profit heiligt die Mittel. Waren die Raubzüge der Industrie im Industriezeitalter noch mit Aufwand verbunden - illustriert im Abenteuerroman durch "Stehlen von Blaupausen und Prototypen", also materialisiertem Wissen, bietet die materielose Wissensgesellschaft einen perfekten Nährboden für perfekte Verbrechen. Der Theoretiker und Künstler Armin Medosch beschrieb diese kriminelle Energie kürzlich kritisch anhand Web 2.0: "(...)So called Web 2.0 or social software platforms such as YouTube, Myspace, Facebook, Flickr, are the most prominent examples of a new industry which threatens a new enclosure movement. First, in the attention economy of the mainstream media we hear a lot about those but nothing about this other world of free software which has created the conditions for those venture capital funded network platforms to grow. Secondly, also free and open source software programmers live within a capitalist economy which forces them to earn money. A process of buying up scores of key people form free software projects to work on those proprietary projects can already be observed. And last not least the copyright industry is trying to clamp down on the free exchange of information and is trying to cripple the hardware architecture of computers and the inner working of the net in order to install global copy protection schemes. Finally, the paranoid militant nation state is seeing it as its good right to install surveillance architectures to monitor the global flows of information. (Armin Medosch, "45 RPM / Revolutions Per Minute - Radio Art Histories Remixed, Maxi Single Version, 2007 - http://ung.at/cgi-bin/twiki/view/Main/RevolutionsPerMinute) Der Kapitalismus als "Wegelagerer von Ideen" befand sich für eine kurze Dekade im Siegestaumel. Der Sieg über seinen jüngeren, idealistischen Bruder "Marxismus" führte in die neoliberale Sackgasse und Selbstüberschätzung. Die Zeche für Ellbogen-Profit Einzelner bezahlt die Gemeinschaft. Mit Klimacrash. Kapitalmarktcrash. Dem Stamm-Kapital der Menschheit. Seite 12 Welche Rechte das heute weltweite kapitalistische System dem Individuum zugesteht, steht mehr in Frage als das Prinzip "Marktwirtschaft". Die Aufklärung stellt die individuelle Vernunft in den Mittelpunkt, ist also "anti-kollektivistisch", und "antiautoritär". Auch wenn reines Vernunftdenken als "Moderne" inzwischen überholt sein mag, Zivilgesellschaft in Form "individueller Widerstand gegen das System" ist ohne sie kaum denkbar und Wesensmerkmal moderner westlicher Gesellschaft. Kaum verwunderlich, dass Kulturen - wie beispielsweise die asiatische mit Betonung des Kollektivs - Zivilgesellschaft nicht nur als westliche Importware ablehnen, sondern vielmehr auf Inkompatibilität mit eigenen Werten verweisen. Gibt es überhaupt universelle Werte? Ohne kulturell-historische Determinierung? Ohne Vereinnahmung von Playern im globalen Kampf? Gern wird auf Menschenrechts-Konventionen und ähnliches gedeutet, nur lässt sich darauf einwenden, dass diese zu Zeiten hegemonialer Hochblüte des Westens - zumindest der amerikanischen nach dem Zweiten Weltkrieg - formuliert und etabliert wurden. Spätter behaupten sogar, dass in einer zunehmend multipolaren Welt völkerverbindender Kitt wie UNO, Menschenrechte und ähnliches - müssten sie neu beschlossen oder erst gegründet werden - wenig Realisierungschance hätte. Bertolt Brecht, Meister markiger Sprüche in agitproper Überhöhung, bringt das Spannungsverhältnis zwischen Ökonomie und Freiheit auf den Punkt: "Zuerst kommt das Fressen, dann die Moral". Angewandt auf Civilmedia, Kommunikation und Technologie heißt es "Digital Divide" - mediale Emanzipation ohne Einbeziehung sozialer Faktoren, ein intellektuelles Spielzeug westlicher Eliten. Gefangen im Strudel aus "Aufklärung" und "Californian Ideology" das Hobby naiver Weltverbesserer und Gutmenschen, die erst recht nach Feierabend ihrem privaten Hedonismus frönen. Von Dialogen reden und gut gemeinte Monologe bewirken. Und in der Umarmung einen rassistischen Witz mit umgekehrten Vorzeichen einlösen: "Ich liebe Neger. Jeder sollte sich einen halten". Von Geschmacklosigkeit analoger Bauart sind auch die Community-Medien Mitteleuropas verseucht. So wenig mitteleuropäische Bildungssysteme Durchlässigkeit für MigrantInnen im Aufstieg erzeugen, so rar sind MigrantInnen - trotz Diversitäts-Geschwurbel - in den Organisationen vertreten. In Positionen mit Einfluss und Beschäftigungsverhältnissen. Dafür als Manövriermasse im geschönten Selbstbild gerne gesehen. Dialoge sehen anders aus. Vielleicht muss einfach akzeptiert werden, dass WIR uns auf supra-kultureller, globaler Ebene wirklich wenig zu sagen haben. Dialoge schlicht unmöglich und sinnlos sind. Vielleicht sind punktuelle Diskussionen mit Ergebnis in einzelnen Sachfragen möglich: "Klimakollaps ja oder nein?" Geht vielleicht. Der Rest ist Rauschen und unverständlicher Monolog. Worüber wir reden können und müssen, sind Fragen der inneren Organisation von Civilmedia. Also auf "communaler" Ebene. Wie egalitär ein Nebeneinander erzeugen? Wie emazipativ einen Culture-Clash aushalten? Wie Hierarchien - wo sie notwendig erscheinen - so zu bauen und leben, um allen gleichwertig Chancen zu bieten? Hier hat Dialog Sinn. Und geht vielleicht. Alf Altendorf, Radiofabrik Salzburg Seite 13 Ausschreibung Stellenausschreibung "Programmkoordination" Radio CORAX, das Freie Radio in Halle, möchte seine regionale und überregionale publizistische Relevanz weiter ausbauen. Nach dem von uns gepflegten Prinzip der Zugangsoffenheit möchten wir noch mehr Menschen die Möglichkeit eröffnen, ihre Inhalte im Radio selbst zu gestalten. Und wir möchten unsere Verankerung in den lokalen Netzwerken stärken. Deshalb suchen wir zum 01. Januar 2009 eine/n ProgrammkoordinatorIn für die Planung, Entwicklung und Evaluation unseres Programms. Die/der StelleninhaberIn soll folgende Aufgaben wahrnehmen: Die Planung des monatlichen Programms mit Eigenproduktionen und Programmaustausch mit anderen Freien Radios mit dem Ziel, das publizistisch vielfältige Programm weiterzuentwickeln Die Initiierung programmbezogener Projekte und Anlässe (z.B. Thementage) Programmbezogene Öffentlichkeits- und Pressearbeit Kommunikation mit externen Akteuren im soziokulturellen, künstlerischen und politischen Bereich auf lokaler, regionaler und überregionaler Ebene Kommunikation nach innen und Stärkung der Vernetzung der einzelnen Programmteile untereinander Organisation und Gestaltung der Redaktionskonferenzen und Radioplena mit dem Ziel, die kritische Reflektion des Programms innerhalb des Radios zu fördern Wir suchen: Eine Person mit einem hohen Engagement für die Idee und Ziele von Freiem Radio, die bereits radioorganisatorische und pädagogische Erfahrungen und Kenntnisse mitbringt Jemanden mit Interesse und Kompetenzen in den Bereichen Kulturmanagement und Medienpolitik und einer eigenen Verortung innerhalb gesellschaftspolitischer Diskurse Einen Menschen mit besonders ausgeprägten kommunikativen und sozialen Fähigkeiten Jemanden mit Lust auf eine extrem selbständige, eigenverantwortliche, kreative und zielorientierte Arbeitsweise Sie finden: Ein Freies Radio, dessen Programm weitestgehend durch die ehrenamtliche Arbeit von ca. 200 Mitgliedern des Radiovereins entsteht Eine vielfältige und abwechslungsreiche Tätigkeit mit viel eigenen Gestaltungsmöglichkeiten in einem der aktivsten Freien Radios im deutschsprachigen Raum Eine Arbeit in einem multiprofessionellen Team aus festen und freien MitarbeiterInnen, dem Vorstand und den ehrenamtlichen SendungsmacherInnen Eine halbe Stelle (20 Stunden) mit einer Vergütung von 1.252,80 ? Brutto. Zusammenarbeit und Vernetzung mit unterschiedlichsten gesellschafts- und kulturpolitischen AkteurInnen Wir laden insbesondere am Arbeitsmarkt diskriminierte Menschen zur Bewerbung ein! Ihre Bewerbung richten Sie bitte bis spätestens 22.11.2008 an Radio CORAX Vorstand Unterberg 11 06108 Halle/S. Letzte Seite: Termine 16. - 24. August 2008 Campradio in Hamburg 24. - 31. August 2008 Seefunk in Uhyst/Spree 6. und 7. September 2008 Medientage bei Radio FRO in Linz 21. September 2008 Aktionen und Demo von Radio T in Chemnitz 28. - 30. November 2008 BFR-Kongress bei Querfunk in Karlsruhe Impressum: Herausgegeben vom: Bundesverband Freier Radios c/o Radio Unerhört Marburg Rudolf-Bultmann-Str. 2b, 35039 Marburg Tel: 06421 / 68 32 65, Fax: 06421 / 96 19 95 bfr(at)freie-radios.de [bfr-rundbrief] - Redaktion: Stefan Tenner c/o Radio Corax Unterberg 11 06108 Halle Tel: 0345 / 47 00 74 5 oeffentlichkeit(at)freie-radios.de www.freie-radios.de/rundbrief Layout: P[r]UNK Kai Noah Schirmer Kai.Noah.Schirmer(at)web.de Titelbild: Whitney Waller@flickr.com (CC) Nächster Redaktionsschluss: 15. Januar 2009