Regierung verbietet Wahlkampfberichterstattung in Basisradios
(Buenos Aires, 13. August 2007, púlsar).- Das kolumbianische Ministerium für Kommunikation hat ein Verbot „politischer Debatten“ in Basisradios
erlassen. In einer offiziellen Erklärung vom 10. August heißt es, dass
deren „Programm keine Auftritte von Kandidaten, politischen Debatten
oder Propaganda zum aktuellen Wahlkampf beinhalten“ dürfe. In dem
Schreiben, das von der Kommunikationsministerin María del Rosario Guerra
unterschrieben ist, wird angekündigt, jegliche Berichterstattung dieser
Art als versteckte Wahlwerbung zu ahnden. Der Beschluss steht in
Zusammenhang mit den Kommunalwahlen im Oktober, bei denen die
Bürgermeister, Gouverneure und Abgeordneten der Bezirke gewählt werden.
Der Weltverband der Basis- und Communityradios AMARC (Asociación Mundial
de Radios Comunitarias) erklärte, der Beschluss sei ein willkürlicher
und verfassungswidriger Akt der Vorzensur, der die Meinungsfreiheit
verletze. Die Organisation warf der kolumbianischen Regierung vor, sie
verwechsle versteckte Wahlwerbung mit dem Recht der freien
Radiostationen, die Bevölkerung zu informieren. Der Verband kritisierte
außerdem, dass die Maßnahme das Recht der Bürger auf
Informationsbeschaffung im Rahmen ihrer demokratischen Partizipation
verletze.