(Bógota, 7. August 2007, recosur-poonal).- Die Basisradiobewegung ist in Kolumbien einen Schritt voran gekommen. Bis Ende 2007 werden die 27
wichtigsten Städte des Landes über gemeinschaftlich betriebene Sender
verfügen. Der Basismedienverband SIPAZ (Sistema de Comunicación para la
Paz) sprach mit Beamten des Kommunikationsministeriums, um sich über den
Zeitplan der Lizenzvergabe und die Voraussetzungen zu informieren.
Am 17. Juni wurde die Ausschreibung in fünf Departementhauptstädten
eröffnet. In Tunja, Quibdó, Riohacha, Puerto Carreño und Mitú soll je
eine Konzession vergeben werden. Für die weiteren 18 Hauptstädte mit
weniger als zwei Millionen Einwohnern wird die Ausschreibung im
September beginnen. In den vier Großstädten wird der Prozess im Oktober
starten, so das Kommunikationsministerium. Mit der Einhaltung dieser
Terminplanung werden die Vereinbarungen aus dem Jahr 2006 verwirklicht.
Damals fanden Gespräche zwischen Vertretern verschiedener regionaler
Basisradionetzwerke und dem Kommunikationsministerium statt. Ergebnis
der Verhandlungen war die Vereinbarung, dass das Ministerium sowie SIPAZ
/ AMARC (Weltverband der Basisradios) Colombia den Weg für die Radios in
den Städten öffnen würden.
Die Forderung kam zu dem Zeitpunkt auf, als die ersten Radiostationen
auf Sendung gingen und die Departementhauptstädte ausgeschlossen
blieben. Dieser Öffnungsprozess ist der Erfolg eines mehr als zehn Jahre
langen Kampfes, der auch vor Gericht ausgefochten wurde. Nach unzähligen
Arbeitstreffen, Verhandlungen, öffentlichen Debatten und mehreren
gescheiterten Gesetzesinitiativen wird die Vereinbarung nun umgesetzt.
„Der Prozess zeigt, dass der Rechtsstaat ein wesentlicher Bestandteil
für die Errichtung eines neuen Landes ist. Es wurden alle demokratischen
Möglichkeiten genutzt und damit wird ein Bereich konsolidiert, der zu
einer Verbesserung der Lebensbedingungen der Leute beitragen kann, die
an den Aufbau in Frieden ohne Waffen und mit sozialer Gerechtigkeit
glauben“, betonte Mauricio Beltrán, landesweiter Koordinator von
SIPAZ/AMARC Colombia.
Des weiteren erklärte der Direktor für soziale Entwicklung des
Kommunikationsministeriums, Francisco Javier Roldán, dass im Jahr 2008
an der Einbindung derjenigen Gemeinden gearbeitet werden soll, die kein
Basisradio haben oder dieses aus verschiedenen Gründen verloren haben.
Bis dahin wird erwartet, dass der Lizenzierungsprozess weiter vorankommt
und die 119 neuen Radios, die als Ergebnis der 2006 eröffneter
Ausschreibung bereitgestellt werden, auf Sendung gehen.