(Guatemala-Stadt, 16. Juli 2007, cerigua).- Der Weltverband der Basisradios AMARC (Asociación Mundial de Radios Comunitarias)
protestierte gegen die Schließung veschiedener der paraguayischen
Basisradiovereinigung COMUNICA (Asociación Paraguaya de Comunicación
Comunitaria) angehörenden Basisradios.
AMARC drückte seine Besorgnis darüber aus, dass die Justizorgane als ein
Instrument gegen die Meinungsfreiheit im Land missbraucht würden.
Unternehmen würden Druck auf lokale Gerichte ausüben, welche darauf hin,
ungeachtet dessen, dass sich die Basisradios im Prozess ihrer
Legalisierung bei den Behörden der Telekommunikation befinden, die
Schließung der Projekte anordneten.
Im Dezember 2006 wurden 49 Lizenzen an Radiostationen vergeben. Die 37
Bewerber des Netzwerkes COMUNICA erhielten jedoch keine Lizenzen
zuerkannt, obwohl einige unter ihnen bereits seit 13 Jahren Sozialarbeit
in ihrem Umkreis leisten. Nachforschungen haben ergeben, dass 80 Prozent
der Lizenzen an Mitglieder der Regierungspartei, religiöse Sekten oder
Unternehmer vergeben wurden.
COMUNICA ist ein Netzwerk von Basisradios und Mitglied im Weltverband
AMARC. Im Netzwerk sind mehr als 50 verschiedene Organisationen, unter
ihnen Bauernverbände, Arbeitervereinigungen, kulturelle Organisationen
sowie Nachbarschafts- und Jugendorganisationen tätig. Ziele dieses
Netzwerks sind unter anderem die Demokratisierung der Kommunikation und
die Durchsetzung der Meinungsfreiheit in Paraguay.
AMARC verbreitete zudem die Nachricht, dass das Basisradio der
paraguayischen Bauernbewegung MCP (Movimiento Campesino Paraguayo)
Chokukue FM in der Stadt Minga Guazú am 10. Juni 2007 gewaltsam
geschlossen wurde. Mitte Juni wurde das Basisradio Tenonde, betrieben
von der Landesweiten Bauernvereinigung ONAC (Organización Nacional
Campesina) aufgrund einer Anzeige der Kommerziellen Rundfunkvereinigung
Caaguazú ARADELCA (Asociación de Radiodifusión Comercial de Caaguazú)
geschlossen. Der Verwaltungsbezirk Caaguazú, in dem die Schließungen
stattfanden, ist gleichzeitig die politische Hochburg des amtierenden
Präsidenten Nicanor Duarte Frutos. Ihm wird nachgesagt, dass er der
Besitzer von mehreren kommerziellen Rundfunkstationen ist, die von
seinen „Strohmännern“ betrieben werden.