Entzug der bisherigen Sendeplätze für drei politische Sendungen bei Radio Darmstadt

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Der Programmrat von Radio Darmstadt hat auf seiner letzten Sitzung am Montag, 10. August 2009, der Redaktion „Gegen das Vergessen“ ihren Sendeplatz komplett und der Redaktion „Alltag und Geschichte“ einen wichtigen Teil ihres Sendeplatzes entzogen, um einen vor dem Amtsgericht Darmstadt geschlossenen Vergleich mit Norbert Büchner zu erfüllen.

Mit zumindest wenig Fingerspitzengefühl, zwar unter Beachtung der Bedingungen des Vergleichs; aber unter Missachtung der bisherigen Gepflogenheiten zur Sendeplatzvergabe und ohne zumindest einer Anhörung der Redaktion Alltag und Geschichte hat der Programmrat diesen Beschluss gefasst.

Betroffen von dem Sendeplatzklau sind die Sendung „Kapital-Verbrechen“ von Walter Kuhl und die Sendung „Hinter den Spiegeln“ von Katharina Mann. Was vor über zwei Jahren nicht gelungen ist, nämlich diese Sendungen mittels Sendeverbot vom Sender zu bekommen, wird nun durch die Hintertür und auf kaltem Weg erledigt.

Gleich mit entsorgt wird die Sendung „Gegen das Vergessen“ der gleichnamigen Redaktion bei Radio Darmstadt, die nun überhaupt keine Sendezeit mehr zur Verfügung hat. Die Sendung setzte sich nicht nur regelmäßig einmal im Monat mit den Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes zwischen 1933 und 1945 auseinander, sondern ist auch immer wieder der Frage nachgegangen, wie sich diese Geschichte bis in die Gegenwart fortsetzt. „Gegen das Vergessen – 1933 bis 1945: wir erinnern uns – 1945 bis heute: die Geschichte wirkt weiter. Wir nehmen Stellung. Es gibt keine Gegenwart ohne Vergangenheit.“ (Jingle der Sendung „Gegen das Vergessen“ – siehe http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=23150)

Eine Bevorzugung bei der Vergabe von neuen Sendeplätzen hilft uns da wenig, denn die werden wahrscheinlich nach den früheren Gepflogenheiten vergeben, was auch gut wäre, und da besteht momentan wenig Aussicht auf adäquaten Ersatz. Die Redaktion hat Radio Darmstadt einen Vorschlag unterbreitet und darf nun darauf hoffen, dass er Gehör findet.

Hintergrund:

Norbert Büchner hat seinen Sendeplatz bei der Redaktion „Alltag und Geschichte“ vor über einem Jahr aufgegeben, weil es unter den Bedingungen des nicht-gewährten Zugangs nicht länger zumutbar war, eine als Live-Sendung konzipierte zweistündige Sendung regelmäßig vorzuproduzieren. Die Sendezeit, die von Norbert Büchner gefüllt worden war, befindet sich nicht mehr im Bestand der Redaktion „Alltag und Geschichte“.

Der Vergleich sieht vor, dass der Radar e.V. das gegen Norbert Büchner ausgesprochene Hausverbot nicht aufheben muss, ihm dafür aber ab Mitte September 2009 einen regelmäßigen Sendeplatz für eine wöchentlich zweistündige Sendung zur Verfügung stellt, an dem Norbert Büchner mittels Übertragungstechnik seine Sendungen live gestalten kann. Die wöchentlich zwei Stunden konnten sich dabei im Zeitfenster von Montag bis Freitag, 17 bis 23 Uhr bewegen.

Für die Redaktion Alltag und Geschichte, Niko Martin

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