Die Stadt hören

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Workshop-Wochenende in Hamburg mit acht Expeditionen

In wenigen Städten der BRD war die Entwicklung der Stadt so umkämpft wie in Hamburg. Hafenstraße, Rote Flora und Park Fiction erinnern daran ­ doch in den letzten Jahren war es verhältnismäßig ruhig geworden. Das Konzept der wachsenden Stadt, das der CDU-geführte Senat seit 2002 verfolgt, ist nicht mehr gründlich herausgefordert worden.

Seit einiger Zeit gelangen immer mehr HamburgerInnen zur Überzeugung, dass dies nicht so bleiben darf. In St. Pauli-Süd rumort es, an verschiedenen Orten fordern KünstlerInnen Räume, im Schanzenviertel organisiert sich ein neues Stadtteilzentrum. Zugleich scheint ein spezifisches Wissen über die Stadt, um einzelne Straßenecken und deren Geschichte ebenso in Vergessenheit geraten zu sein, wie auch die Radikalität, mit der aufgrund der kapitalistischen Wohnsituationen die Gesellschaft im Ganzen einmal kritisiert worden ist. Und die Vision einer völlig anders funktionierenden Stadt ist fast gänzlich verschütt gegangen.

Vorschlag

Das FSKolleg will dieses Wissen aktivieren. Am letzten Oktoberwochenende sollen acht parallele Workshops der Vergesslichkeit entgegenarbeiten und eine neue Handlungsfähigkeit eröffnen. Als erster Schritt sollen die Erinnerungen hörbar gemacht werden. Dazu arbeiten alle Workshops mit einem von dem Berliner Künstler Udo Noll entwickelten Werkzeug, mit dem sich die Stadt akustisch kartieren lässt (http://aporee.org/ maps/) ­ eine neue Form des Internetradios: Akustische Momente lassen sich an den Orten ablegen und immer wieder anhören. Ort und Klang verbinden sich und machen lokales Wissen hörbar. (Mehr zu Radio Aporee siehe unten)

In der Verbindung von Internet und Radio, Archiv und Echtzeit-Ausstrahlung eröffnen sich Möglichkeiten, die wir ein Wochenende lang (und darüber hinaus!) ausloten wollen. Die acht Workshops entwickeln verschiedene Zugänge: Sie nähern sich dem städtischen Raum künstlerisch, über seine postkoloniale Geschichte, stadtethnologisch, politisch, akustisch. Es geht darum, hörbar zu machen, was in der Stadt nicht sichtbar ist. Wir wollen in der momentanen Situation ein Werkzeug an die Hand geben, das die unterschiedlichen Kämpfe um öffentlichen Raum an den verschiedenen Ecken der Stadt vervielfältigen könnte.

Bedingungen

Es gibt keine Voraussetzungen für die Teilnahme, außer Interesse, Zeit und der FSK-Fördermitgliedschaft. Die Workshops entfalten einen Raum, in den jeder und jede ihr Wissen, ihre Erfahrungen und Erinnerungen einbringen kann. Wir bitten nur um eine Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Post an die Adresse FSK Freies Sender Kolleg, Eimsbüttler Chaussee 21, 20259 Hamburg, Stichwort ,,Die Stadt hören". Wer schon weiß, bei welchem der sieben Workshops sie oder er teilnehmen möchte, kann das bei der Anmeldung gerne angeben.

Zeit und Ort

Freitag, 30.10., 18 Uhr: Treffen im Freien Sender Kombinat zur Einführung in die Arbeit der kommenden Tage, Verteilung in die Gruppen, Diskussion der Möglichkeiten Samstag, 31.10., Sonntag, 1. November: Treffpunkte und Zeiten je nach Vereinbarung Sonntag, 1. November, 15 ­ 17 Uhr: Sendung der Arbeiten aus den Workshops. Mehr Infos auf: www.fsk-hh.org