Literatur im thematischen Kontext Freier Radios
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Hinweis zur Beschaffung der Literatur:
Einige der folgend hier vorgestellten Bücher sind nicht mehr im Buchhandel
zu bekommen. Aushilfe schaffen aber die verschiedenen Internetplattformen
für gebrauchte Bücher sowie natürlich auch Dein nächstliegendes
Freies Radio: Wenn Du Glück hast, wirst Du einiges dort einsehen
oder sogar mal mitnehmen können.
1. Neuere Analysen und Beschreibungen
2. Historisches: Von den Anfängen bis ca. Ende der 80er
Jahre
3. Theoretische Reflexionen zum Radio
4. Technische Aspekte in freien Radios
5. Pädagogik und Empowerment
1. Neuere Analysen und Beschreibungen
1.1. Bundesrepublik Deutschland
Steinke, Ron; Rehmke, Stephen: Äther für alle! Meinungsmacht und Gegenöffentlichkeit am Beispiel freier Radios, in: Forum Recht, Heft 1/2006.
Engagiertes Plädoyer für
Freie Radios im Sinne einer notwendigen Ergänzung der Medienlandschaft.
An Beispielen von Radio Z Nürnberg und FSK Hamburg erläutern die Autoren
die positiven Implikationen einer basisdemokratischen Verfasstheit der
Sender. Sie positionieren dabei den Begriff der (gemeinschaftlich getragenen)
Gegenöffentlichkeit als einzig sinnvollen Weg zwischen politischer
Isolierung und offenem Kanal. Das ist zwar nicht neu, muss es aber auch
nicht sein ...
[link
zum Dokument]
Thomas Kupfer, Sven Thiermann (2005): Von der Kür zur Pflicht. Perspektiven des Nichtkommerziellen Lokalen Hörfunks. Berlin.
Dokumentation
einer Tagung im Herbst 2004 bei Radio Corax, Halle. Neben einem Beitrag
über die rechtlichen Möglichkeiten einer Grundfinanzierung von NKL aus
Gebührenmitteln ist die kontroverse Podiumsdiskussion mit Vertretern
ostdeutscher Landesmedienanstalten ein sicher lesenswerter Beitrag.
Hier ging es um ein Fazit sowie die nahen Perspektiven von NKL in der
Region. Gastbeiträge schilderten aber auch die Mediensituation in Slowenien
oder erläuterten die Motive zum Entstehen des Community
Media Forum Europe.
Rainer Pinkau, Sven Thiermann (2005): Freie Radiostationen. Aktuelle Frequenzen - Programme - Sendezeiten. Baden-Baden.
Handliche
Übersicht über aktuelle Hörmöglichkeiten Freier Radios im deutschsprachigen
Raum. Beinhaltet eine Kurzbeschreibung zu jedem Radio sowie diverse
Listen zu Empfang, Kontakt etc.
zehn unerhörte jahre.
Jubiläumsband zum zehnjährigen Bestehen von Radio Unerhört Marburg,
Marburg 2004
Interessante und lesenswerte
Mischung aus Beiträgen ehemaliger und heutiger Akteure des Radios,
selbstkritisch, aber trotzdem selbstbewußt. (zu beziehen direkt bei
Radio Unerhört Marburg)
Plesch, Tine/ Stuhlmann, Andreas: Freies Radio als linker Mythos? "Die Kunst des Hörens" - Möglichkeiten und Grenzen des freien Radios, Interview von T.Plesch mit A.Stuhlmann, in: testcard # 12: "Linke Mythen", Mainz 2002
Die beiden AutorInnen diskutieren per mail darüber, was an dem 'Mythen' des Freien Radios so dran ist. Andreas Stuhlmann sendet beim Hamburger freien
Radio FSK und hat das Buch “Radio-Kultur und Hör-Kunst” (2001) herausgegeben. testcard-Mitherausgeberin Tine Plesch sendete auch beim freien Radio Z in Nürnberg. Zu Tine Plesch siehe auch:
[link
zur Webseite]
Bundesverband Freier Radios:
RadioConText
 eine
nur kurzlebige, aber sehr ambitionierte Zeitschrift des BFR, erschienen
sind lediglich die Hefte 1/1995 und 2/1996
1.2. EU und weltweit
Buckley, Steve: Community radio in funding crisis, in: The Guardian, 24 August 2009
Nachdem Community Radios in Großbritannien relativ zahlreich an den Start gegangen waren, droht nicht wenigen nun das finanzielle Aus. Lesenswert sind neben dem Artikel selbst auch die angehängten Kommentare,
die einen sehr guten Einblick in die derzeitige Lage in GB geben.
[link zum Artikel]
Howley, Kevin (ed.): Understanding Community Media, Thousand Oaks, Sage Pub. 2009
O-Ton
Herausgeber: "This text reveals the value and significance of community
media in an era of global communication. Bringing together an international
team of scholars and practitioners, it introduces students to the emerging
field of community media studies. Throughout, contributors explore a
wide range of media institutions, forms and practices—community radio,
participatory video, street newspapers, Independent Media Centers (IMCs),
and community informatics—from around the world. Over thirty original
essays consider the particular and distinctive ways local populations
make use of various technologies for purposes of community communication.
The collection provides an incisive and timely analysis of the relationship
between media and society, technology and culture, and communication
and community."
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zum Verlag]
Purkarthofer, Judith/Pfisterer, Petra/Busch, Brigitta: 10 Jahre Freies
Radio in Österreich. Offener Zugang, Meinungsvielfalt und soziale Kohäsion
- eine explorative Studie (2008)
Eine von der RTR, der österreichischen Aufsichtsbehörde herausgegebene und finanzierte Studie. Erschien gemeinsam mit "Community Medien in Europa" (Peissl/Tremetzberger) als Band 3 der RTR-Schriftenreihe.
[link
zum Dokument]
Peissl, Helmut/Tremetzberger, Otto: Community Medien in Europa. Rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
des dritten Rundfunksektors in 5 Ländern (2008)
Siehe darüberstehenden Eintrag. In der Studie wird die Situation in Großbritannien, Irland, der Schweiz, den Niederlanden, Niedersachsen (!) und der Schweiz verglichen.
Positiv beschreiben die Autoren vor allem die Situation in Großbritannien und Irland, wo der Community Sektor nicht nur - wie in anderen Ländern - gesetzlich verankert ist, sondern auch grundsätzlich dynamisch angelegt ist: Auch neue Initiativen haben hier eine Chance auf Zugang zum Äther (Ganz im Gegensatz z.B. zu Niedersachsen).
Kern European Affairs (2007): The State of Community Media in the European Union. Study (Policy Department, Structural and Cohesion Policies)
Eine Auftragsstudie des European Parliament's Committee on Culture and Education. Hintergrund sind die politischen Bemühungen um eine europaweite politische Verankerung von Community Media. Das Ganze sieht entsprechend formal und schwer zu lesen aus, birgt aber eine Menge an vergleichender Informationen über den Stand von CM (damit ist immer Radio und TV gemeint) in allen EU-Staaten.
[link
zum Dokument]
Johnson, Fred/Menichelli, Karen (2007): What's going on in Community Media. Benton Foundation.
Aktuelle Bestandsaufnahmen
der Praktiken in Community Media: Wo können sich Menschen jenseits
von private file sharing als echte öffentliche Bürger verhalten.
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zum Dokument]
Enrile, T.J. & Free Radio Berkeley (2005): A popular guide to ... Building a Community FM Broadcast Station
Der Einstieg in die Welt des ungefragten Sendens als ca. 30-seitiger
Comic: Was brauche ich zum Senden, worauf ist technisch zu achten und
warum ich das alles nicht allein machen sollte.
Auf dem inneren Umschlag wird ein FCC-Offizieller aus einer Gerichtsverhandlung
von Free Radio Berkeley zitiert: "Unlizensiertes Senden produziert Chaos
und Anarchie im Äther... Wenn man das zulässt, ist das, als
ob man eine Dose Würmer öffnen würde." In diesem
Sinne ...
[link
zu Free Radio Berkeley]
Howley, Kevin (2005): Wireless World: Global Perspectives on Community Radio, in: Transformations, Issue No. 10 (February 2005)
Howley verortet das weltweite
Phänomen Community Radio im Kontext von Deregulierung und Demokratie.
Er beschreibt u.a. deren "doppelten Sinn" für die stattfindende Globalisierung.
Gegenwartstheorie vor dem Hintergrund konkreter, aktueller Beispiele.
[link
zum Dokument]
Howley, Kevin (2005): Community Media. People, Places, and Communication Technologies
Anhand von vier Fallbeschreibungen (WFHB, Blomington; DCTV, New York;
Street Feet, Halifax; VICNET, Victoria) zeichnet Howley eine sehr eindringliches
Bild von der Lebendigkeit und Funktionsweise von Community Media. Aus
den mittlerweile vorliegenden empirischen Studien ragt seine insofern
heraus, dass er sich explizit an der kulturtheoretische Analyse von
C.M. versucht. Allein aufgrund seines einleitenden Parforcerittes durch
die gegenwärtige globale Welt der C.M. ist das Buch sehr zu empfehlen.
Day, Rosemarie (2005): Community Radio in Ireland: Ten Years after Licensing, How Alternative is it?
Vortrag auf einer Tagung des International Radio Research Networks, Sevilla, 23.-26.Februar 2005
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Dorer,
Johanna: Another Communication is Possible. Triales Rundfunksystem und
die Geschichte der Freien Radios in Österreich, in: medien & zeit (Wien),
Heft 3/2004.
Gute, kurzgehaltene Darstellung der Geschichte Freier Radios in Österreich, von den Piratenanfängen Ende der 70er bis zur langwierigen und komplizierten Realisierung im Mediensystem. Empfehlenswert!
[download als pdf, ~ 17mb]
Price-Davies, Eryl/ Tacchi, Jo (2001): Community Radio in a global Context: A comparative Analysis. Community Media Association.
Dies ist eine vergleichende Untersuchung insbesondere der rechtlichen Situation in Australien, Canada, Frankreich, Holland, Irland und Südafrika. Sie wurde für den Zweck erstellt, politische Empfehlungen für Großbritannien zu generieren.
[download als pdf]
Sakolsky, Ron; Dunifer, Stephen (1998): Seizing the Airwaves: A Free Radio Handbook. AK Press.
Mit
einführenden Texten zur (ökonomischen) Geschichte von freien Radios
in Nordamerika, Interviews mit Protagonisten aus Kanada, Haiti, Holland,
Mexico und USA. Enthält auch einen technischen Teil. Orientiert sich inhaltlich relativ klar auf unlicensed micropower stations.
Dorer, Johanna/Baratsits, Alexander (Hrsg.) (1995): Radiokultur von
morgen. Ansichten, Aussichten, Alternativen. Wien.
Dies ist ein in Österreich erschienener Sammelband,
der einen Überblick über die medienpolitische Situation in Österreich
und Deutschland Mitte der 90er Jahre gibt.
Danmayr, Andrea/Schrentewein, Birgit/Steinert, Fiona (Hrsg.) (1995): Lokalradio. Meinungen — Materialien.
Wien.
Duldowski, Konrad: Piraten
geben den Ton an, in: Przekrój (Querschnitt) 02, 11.01.04
Ein kleiner Einblick in die polnische Radiolandschaft
[download als
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2. Historisches: Von den Anfängen bis ca. Ende der 80er
Jahre
2.1. Bundesrepublik Deutschland
Busch,
Christoph/Freundeskreis Freie Radios Münster (Hrsg.) (1981): Was Sie
schon immer über Freie Radios wissen wollten, aber nie zu fragen wagten.
Münster
Einer der beiden Klassiker der deutschsprachigen Literatur über freie
Radios. Ein Buch von Macher/innen freier Radios, was ausführlich die Gründe für die Entstehung freier Radios und den Stand
der "anderen Radiopraxis" Anfang der 80er beschreibt. Busch gibt auch einen zeithistorischen Überblick der bestehenden freien Radios
in der Bundesrepublik sowie in anderen Ländern und bietet ausführliche
Informationen für den Radiobastler.
Network Medien-Cooperative & Freundeskreis Freie Radios Münster
(Hrsg.) (1983): Frequenzbesetzer. Arbeitsbuch für ein anderes Radio.
Reinbek.
Der Band der Network Medien-Cooperative
(1983) legt den Schwerpunkt hingegen auf die Diskussion der theoretischen
Wurzeln (von Brecht bis Negt/Kluge) und versucht Zukunftsperspektiven
für freie Radios in der Bundesrepublik aufzuzeigen. Sein Resümee übrigens:
"Die freien Radios sind erst bei den Pflastersteinen. Der Strand liegt
darunter."
Krieger, Karlheinz/Kollert, Ursi/Barnay, Markus (1987): Zum Beispiel Radio Dreyeckland.
Wie Freies Radio gemacht wird - Geschichte, Praxis, Politischer Kampf. Freiburg.
Meines Wissens die erste zusammenhängende Darstellung in Buchform, die eines der heute noch bestehenden Freien Radios der BRD beschreibt.
Neben den Erzählungen zur Piratenanfangszeit finden sich auch einige der sehr interessante Grundüberlegungen zum Alltag Freier Radios. Das Buch
verstand sich durchaus auch als Gebrauchsanweisung, wie die genau erläuterten Programmschemata oder auch Listen zur benötigten NF-Technik bezeugen.
Radio Dreyeckland (Hrsg.) (1990): Radio Dreyeckland. Dinosaurier im Ätherrausch. Freiburg.
Weichler, Kurt (1987): Die anderen Medien. Theorie und Praxis alternativer Kommunikation. Berlin.
Eine gut gemeinte Darstellung von damals sichtbaren Bemühungen um Gegenöffentlichkeit. Weichler stellt die Stadtmagazine sowie die Freien Radios der 80er Jahre näher vor.
Dahl, Peter (1983): Radio.
Sozialgeschichte des Rundfunks für Sender und Empfänger. Reinbek.
Locker geschriebene, kritische, aber liebevolle Bestandsaufnahme der bundesdeutschen Radiogeschichte bis Anfang der 80er.
Am Ende finden sich die zu der Zeit gerade relativ aktiven Freien (Piraten-)Radios als große Hoffnung für die Zukunft wieder.
Dahl, Peter (1978): Arbeitersender
und Volksempfänger. Proletarische Radio-Bewegung und bürgerlicher Rundfunk
bis 1945. Frankfurt am Main.
Eine mit vielen Original-Dokumenten in Wort und Bild gespickte, gleichfalls lesenswerte Darstellung der (letztlich gescheiterten) Bemühungen um ein proletarisches,
vom Staate nicht kontrolliertes Funkmedium. Kontrastiert wird diese Geschichte mit der streng organisierten Kontrolle des Mediums in der Weimarer Republik sowie des
Nationalsozialismus.
de Boer, Hendrik (1981):
Sendungsbewußte Piraten. Zur Situation der "Freien Radios". In: Medium
11, S. 14-21.
de Boer, Hendrik (1981):
Sendungsbewußte Piraten (II). Interviews mit "Radio Zebra" und Michael
Wolf Thomas (NDR). In: Medium 11, S. 21-26.
de Boer, Hendrik (1981):
Piraten mit Sendungsbewußtsein (III). Interview mit Eckart Spoo (dju).
In: Medium 11, S. 17-20.
de Boer, Hendrik (1981):
Sendungsbewußte Piraten (IV). Freie Radios. Ein Interview mit Christoph
Busch (Freundeskreis Freie Radios Münster). In: Medium 11, S. 23-26.
Busch, Christoph (1982):
"Ja, Dein Aufruf geht direkt über den Sender" Spielregeln für ein "Lokales
Freies Radio". In: Medium 12, S. 3-11.
Busch, Christoph (1985):
Das neue Radio wird vorläufig nicht zu hören sein. Skeptisches von einem
Befürworter Freier Radios. In: Medium 15, S. 16-19.
Mikos, Lothar (1988): Der letzte Rest Freiheit. Freies Radio in der Kommerzfunkwelt. In: die tageszeitung, 29.11., S. 14.
Brändle, Petra (1990):
Postler auf der Pirsch nach Piraten. In: die tageszeitung, 26.10., S.
20.
Einige der wenigen Dokumente über die
Piraten-Sendungen von Radio P (Prenzlauer Berg, Berlin) während
der Wendezeit.
Opatz, Matthias: Radio
FREI - Erfurt 100,5 MHz. Nichtkommerziell, lokal, bürgernah will Erfurter
Bürgerradio die Legalität bekommen. Status noch ungeklärt. In: die tageszeitung,
15.03.1991 (1991), S. 28.
über Radio F.R.E.I.,
das in der Wendezeit lange in Erfurt halblegal sendete
radio von unten
Die Zeitschrift erschien von 1981 bis Anfang
der 90er Jahre im Verlag Rainer Pinkau (Göttingen) und war eine Art
Medienmagazin, in dem auch Nachrichten von und über Freie Radios publiziert
wurden. Material von dem Verlag ist heute über www.geheimsender.de
zu beziehen.
2.2. EU und weltweit
Hampf, Michaela (2001): Community, Control, Corporations: Die Geschichte Freier Radios in den USA am Beispiel von Pacifica 1946-2000, in: Stuhlmann, Andreas (Hg.): Radio-Kultur und Hör-Kunst. Zwischen Avantgarde und Popularkultur 1923-2001, Würzburg.
Hampf hatte 2000 ihre Dissertation über die Entwicklung des Free Radio Networks "Pacifica" veröffentlicht, in der die Geschichte allerdings nur von 1946 bis 1965 beleuchtet wird.
In dem Artikel hier geht es um das gleiche Thema, allerdings beginnt
sie bereits in den 20er Jahren, d.h., mt den Entstehungsbedingungen
der gesamten Radiolandschaft in den USA und führt ihre Erzählung bis
zum Jahr 2000. Im Zentrum steht der 'Free Speech'-Sender KPFA in Berkeley,
das 'Flagschiff' des Pacifica-Networks. Das Ganze liest sich als spannende
Auseinandersetzung mit der alten Frage, wem das Medium denn gehöre.
Kleinsteuber, Hans J. (Hrsg.) (1991): Radio - das unterschätzte Medium. Erfahrungen mit nicht-kommerziellen
Lokalstationen in 15 Staaten. Berlin 1991.
Zeitschrift "Autonomie" 11 (1978), Heft 4.
Schwerpunkt: freie Radios (im Ausland, v.a. Italien).
Kollektiv A/traverso (1977):
Alice ist der Teufel. Praxis einer subversiven Kommunikation, Radio
Alice (Bologna). Berlin.
Hier
und folgend ein Einblick in die lebendige Szene alternativer Sender
im Italien der späten 70er Jahre. Hauptreferenzpunkt ist dabei immer
wieder Radio Alice, was in diesem Buch von den Machern nach deren Zwangsabschaltung
eine sehr lesenswerte Würdigung erfuhr.
FRED - Federazione Radio
Emittenti Democratiche (1977): Thesen zur Theorie und Praxis der demokratischen
Sender. Diskussionspapier der FRED zum nationalen Kongreß, Mai '77,
Rom (Auszüge). In: alternative 20, S. 141-143.
Le Paige, Hugues (1977):
Die "Freien Sender" in Italien. Wer spricht für wen? In: alternative 20, S. 130-135.
Radio Alice (1977): Bevor alles für den Arsch ist! (Abschrift der letzten Sendeminuten von Radio
Alice vor der Räumung). In: alternative 20.
Eco, Umberto/Grieco, Allen
J. (1978): Independent Radio in Italy. Cultural and Ideological Diversification. In: Cultures 5, S. 122-132.
Ruoff, Robert (1978):
"...und da haben die Leute gemerkt, daß das Instrument wichtig und interessant
ist." Zu den demokratischen lokalen Radiosendern in Italien. In: Ästhetik
und Kommunikation 9, S. 5-21.
Rauen, Birgitte (1981):
Die italienische Spielart. Die Deformation freier Sender unterm Marktgesetz.
In: Medium 11, S. 16-18.
Frankreich:
Collin, Claude (1980):
Hört die anderen Wellen. Radio Verte Fessenheim, Radio S.O.S. Emploi
Longwy. Erfahrungen mit freien Radios in Frankreich und anderswo. Berlin.
Ott, Ursula: Das freie
Radio. Vom Protestfunk zum Medienunternehmen in Frankreich - private
Lokalradios, Hitzeroth, Marburg 1988
Sehr
detaillierte und aufschlußreiche Schilderung der Ereignisse in Frankreich
kurz vor und nach der Liberalisierung des UKW-Bandes durch den Regierungswechsel
im Mai 1981. Der Titel ist allerdings insofern tendenziell irreführend,
da es in dem Buch nicht um eine innere Transformation ehemaliger Alternativsender
geht (was ja vielleicht auch mal interessant wäre), sondern um die
alsbald äußerlich dominierenden Kommerzinteressenten innerhalb der
Liberalisierungsallianz.
Schweiz:
Büren, Walo von/Frischknecht, Jürg (1980): Kommerz auf Megahertz? Basel.
USA:
Michaela Hampf (2000): Freies Radio in den USA: Die Pacifica-Foundation, 1946-1965. Münster.
Das Buch schildert "Geschichte des ältesten und bis heute einzigen unabhängigen und nichtkommerziellen Radionetzwerks der Vereinigten Staaten. KPFA, Pacificas Flagschiff, wurde 1949 von Pazifisten und Pazifistinnen in der San Francisco Bay Area gegründet." (Verlagstext) Schwerpunkt des Buches ist die institutionelle Entwicklung des von der Pacifica-Foundation getragenen Netzwerkes.
Milam, Lorenzo Wilson:
The Original Sex and Broadcasting. A Handbook on Starting a Radio Station
for the Community. San Diego 1988. (orig.: 1975)
Inhaltlich veraltet, aber immer noch eine der originellsten Plädoyers dafür,
sich jedenfalls nicht mit Rundfunkgesetzen zu beschäftigen. (gilt freilich wohl nur für die USA...)
3. Theoretische Reflexionen zum Radio
3.1. Sprache im Radio
Strauss,
Neil (Hrsg.) (1993): Radiotext(e). New York.
Sammlung
von Texten über anderes Radio, in der sich viele Perlen von Autoren
finden, die so wahrscheinlich nirgendwo anders zusammentreffen. Das
Buch enthält (in englischer Übersetzung) u.a. Texte von Schwitters, La Monte
Young, Weill, Lovink, Trotzki, Guattari, Adorno, Hakim Bey, Ezra Pound und Tetsuo Kogawa.
Darunter finden sich z.b. Texte über besondere Radiosendungen, darüber, wie man Radio mit seinen
Zähnen hören kann usw. Eine ausgezeichnete Fundgrube!
Baudrillard, Jean (1978): Requiem für die Medien. In: ders.: Kool
Killer oder Der Aufstand der Zeichen. Berlin.
Forderung nach einer "Kritik der politischer Ökonomie
des Zeichens", wendet sich scharf gegen Enzensberger (1970). Nihilistisches
Rückzugsgefecht, aber technisch sehenswert.
Diefenbach, Katja (1998): Die Liebe zu den sprechenden Mikromedien.
5-Minuten-Radiotheorie der Bewegung. In: Friedmann, Reto (Hrsg.): kurze
Welle — lange Leitung. Zürich, 63-79.
Superkurzer, aber guter Einstieg in Diskussionen freier Radios.
Beschäftigt sich mit Geschichte, Theorie, Alice, Gegenöffentlichkeit,
Professionalisierungsdebatte, Vgl. auch Eco & Grieco (1978).
Stötzler, Marcel (1998): Der Sonntag des Sprechens. In: karoshi drei,
S. 4-9. (orig. 1997)
Auch hier findet sich
eine Auseinandersetzung mit der Rolle der Sprache im freien Radio.
Bezugspunkte sind hier Baudrillard, Humboldt und Wittgenstein: Von
der Sprache der Befreiung zur Befreiung der Sprache.
[download als pdf]
Jan Pinseler (2001): Sprechen im Freien Radio. Eine Fallanalyse zu
Möglichkeiten alternativen Hörfunks. In: Medien & Kommunikationswissenschaft,
49. Jg., Heft 3/2001, S.369-383
Der Aufsatz basiert auf der oben genannten
Magisterarbeit. Auf die Veröffentlichung gab es innerhalb der Zeitschrift
inhaltliche Kritik, auf die wiederum Jan Pinseler reagierte. Nachzulesen
ist das im Heft 5/2001 der oben genannten Zeitschrift. Der Beitrag
von Jan Pinseler findet sich hier:
[ link
zum pdf des Heftes]
3.2. Öffentlichkeit, Kultur und Medienstruktur
Föllmer, Golo/Thiermann, Sven (Hg.) (2006): Relating Radio. Communities,
Aesthetics. Access. Beiträge zur Zukunft des Radios, Leipzig.
Entdeckungen und Argumente zur Geschichte des Mediums Radios, Fragen nach heutiger Zugänglichkeit, der Funktion des Mediums für Communities oder die Verarbeitung des 'Prinzips Radio'
in künstlerischen Kontexten: Diese Fragen wurden auf der gleichnamigen Tagung im Herbst 2006 in Halle/S. diskutiert und in diesem Buch in einer erweiterten Form zugänglich gemacht. Mit Beiträgen von Douglas Kahn, Anna Friz, Hans J. Kleinsteuber, Joanne Richardson, LIGNA, Wolfgang Hagen, Dieter Daniels u.a.
Peel, John; Ravenscroft, Sheila (2005): Margrave of the Marshes, London.
John Peel, ja auch der ... Das Buch, eine Art Memoiren seines Lebens, ist natürlich für alle Radiointeressierte eine feine Fundgrube, auch wenn es letzlich speziell um die BBC geht. HörerInnen von BFR-Radios
ist Peel vor allem wegen seiner seit Mitte der 90er speziell für den BFR produzierten Sendung bekannt. Allen, die diese Sendung gern hörten, ist das Buch allein wegen einer Stelle
zu empfehlen: Peel erzählt, wie er von einer Radiofrau von FRC Husum (?) Post erhalten hatte ... naja, selber lesen.
Sonnen kann sich der BFR auch in dem Peelschen Statement, dasss diese Sendung seine einzige echte Verbindung zur deutschen Radiolandschaft (gewesen) sei.
Das Buch ist auch in deutscher Übersetzung erhältlich.
Zöchling, Robert (1999): Postmodernes Roulette. Warum es sich nicht
empfiehlt, auf "Null" zu setzen. Als Mitspieler im Casino der Warenwelt
haben alternative Medien nichts zu gewinnen und alles zu verlieren.
in: trend, 11/99.
Auch wenn es hier um alternative Printmedien und nicht um Freies Radio geht, bietet der Autor eine lesens- und bedenkenswerte Auseinandersetzung zu Fragen der Marktorientierung von unabhängigen Medien. Eine seiner Thesen lautet: "Die Alternative zum Markt ist nicht die Marktlücke, sondern Öffentlichkeit."
[link zum Dokument]
Downing, John (1983): Radical Media. The political experience of alternative
communication. Boston.
Im
Kontext der Diskussion von autonom fungierenden 'Sub-Medien' oft zitiertes
Werk. 2000 gab es eine überarbeitete Neuausgabe des Titels mit anderem
Untertitel, die nebenstehend abgebildet ist. Downing hat in der Folge
mehrere andere Bücher im Kontext kritischer Medienforschung veröffentlicht.
Lewis, Peter M./Booth, Jerry (1989): The Invisible Medium. Public,
Commercial and Community Radio. London.
Horkheimer, Max/Adorno,
Theodor W.: Kulturindustrie. Aufklärung als Massenbetrug. In: Horkheimer,
Max/Adorno, Theodor W. (Hrsg.): Dialektik der Aufklärung. Philosophische
Fragmente. Frankfurt am Main 1988, 128-176. (orig. 1944)
Strukturelle Chancenlosigkeit
der Konsumenten gegenüber massenindustriell gefertigten Medienprodukten.
Benjamin, Walter (1966): Der Autor als Produzent. In: ders.: Versuche über Brecht. Frankfurt am Main. (orig. 1934)
Tretjakow und Benjamin beschäftigen sich mit der
Rolle des Autors in der Revolution, fordern statt einer Belieferung
des Apparates eine Veränderung desselben. Die der Frage "Wie steht
das Werk zu den Produktionsverhältnissen?" vorgehende ist: "Wie steht
das Werk in den Produktionsverhältnissen?" (vgl. Brechts episches
Theater).
Brecht, Bertolt (1975): Der Rundfunk als Kommunikationsapparat. In:
ders.: Gesammelte Werke, Bd. 18. Frankfurt am Main. (orig. 1932)
Aufruf zur Umgestaltung der Medien: von der Distribution zur Kommunikation.
Der Klassiker.
Enzensberger, Hans Magnus (1997): Baukasten zu einer Theorie der Medien.
München. (orig. 1970)
Unterscheidet zwischen einem (existierendem) "repressiven"
und einem (anzustrebendem) "emanzipatorischen" Mediengebrauch. Fordert
von den Intellektuellen, die Medien für die Aufklärung der Massen
zu nutzen und geht damit weit hinter Benjamin, Brecht und Anders zurück
(zur Kritik vgl. Baudrillard (1978)).
Negt, Oskar/Kluge, Alexander (1972): Öffentlichkeit und Erfahrung.
Zur Organisationsanalyse von bürgerlicher und proletarischer Öffentlichkeit.
Frankfurt am Main.
Gegenöffentlichkeit ist so lange sinnlos, wie sie
nur der verlorene Teil der bürgerlichen Öffentlichkeit ist und nicht
zu einem eigenen Strukturprinzip gefunden hat, der sogenannten proletarischen
Öffentlichkeit. Schließen als eine der wenigen eine Kritik der Warenform
der Medien mit ein, verklären dabei jedoch die Rolle der Arbeiterklasse.
Kondensiert findet sich das alles auch hier:
Negt, Oskar/Kluge, Alexander (1974): Wertabstraktion und Gebrauchswert
in den Zerfallsformen bürgerlicher Öffentlichkeit. In: Baacke, Dieter
(Hrsg.): Kritische Medientheorien. Konzepte und Kommentare. München,
22-73.
Habermas, Jürgen (1990): Strukturwandel der Öffentlichkeit. Untersuchungen
zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft. Frankfurt am Main.
(orig. 1962)
Zeigt u. a. die historische Parallelität der Verwandlung von Informationen
zur Ware und dem Aufkommen von Objektivität als hypostasierter Eigenschaft
derselben (vgl. S. 69ff).
autonome a.f.r.i.k.a.-gruppe (o. J.): Handbuch der Kommunikationsguerilla.
Berlin & Göttingen. (ca. 1997)
Praktische
Handlungsanweisungen, Literatur- und Ideensammlung für den Umgang
mit herrschenden Diskursen, aber auch Auseinandersetzung mit (neueren)
linken Medientheorien. Freie Radios sind aber für die Autorinnen kein
Ort für Kommunikationsguerilla, da sie schon ausgegliederte Räume
darstellen.
3.3. Theorien des Freien Radios
LIGNA (2003): Konstellation - Zerstreuung - Assoziation. Eine Historisierung
gestischen Radiohörens.
LIGNA, eine Gruppe freier
Radioakteure, die unter anderem durch Ihre "Radio-Ballett"-Inszenierungen
im öffentlichen Raum bekannt sind, unternehmen hier einen spannenden
Ausflug in die Radiogeschichte und fragen sich dabei, wie unter den
"gespenstischen" Bedingungen des Radios selbiges als Medium gesellschaftlicher
Veränderungen genutzt werden kann.
[link
zum Dokument]
Freies Sender Kombinat/AG Radio (Hrsg.) (1994): Form, Struktur &
Konzept. Hamburg.
Best Handout! Herausragendes Konzept für ein freies Radio: Geschichte,
Struktur, politische Aufgabe. Die Broschüre im Zeitungsformat sollte nach wie vor beim
Freien Sender Kombinat in Hamburg erhältlich sein.
Friedmann, Reto (Hrsg.) (1998): kurze Welle — lange Leitung. Texte
zur Radioarbeit. Zürich.
Noch
ein Muß! Sehr gute und nach wie vor aktuelle Aufsatzsammlung zu konzeptionellen
Fragen Freier Radios. Bietet einen differenzierten Zugang zu Fragen wie Professionalisierung, Struktur, Sprache und Ästhetik im Freien Radio.
Reimann, Andreas (1998): "Der Hörer als Lieferant" — Freies Radio
als ordnungspolitisches Modell. In: radio dreyeckland.
Klug, Andreas/Wenzel, Ulrich (1993): Für eine Ästhetik der
Barbarei. Inwiefern sich freies Radio von der Inquisition unterscheiden
könnte.
Spannende Auseinandersetzung
mit Forderungen nach Professionalisierung, Durchhörbarkeit und Einschaltquoten
bei Radio Dreyeckland.
[download als pdf]
Lovink, Geert: Hör zu — oder stirb! Fragmente einer Theorie der souveränen Medien. Berlin
1992.
Lovink schreibt über seine Beobachtungen der Amsterdamer Piratenradioszene der damaligen Zeit.
Agentur Bilwet: Medien Archiv. Bensheim & Düsseldorf 1993.
Lovink
ist Teil der Agentur Bilwet: Ambulante und illegale Wissenschaft. Theorie
zur niederländischen Piratenradiopraxis. Abstrakte Poesie. Frühe Attacke
gegen (deutsche) professionalisierte Alternativmedien. Aufruf zur Illegalität.
Frahm, Ole/Tietjen, Friedrich
(1995): radio b richt. In: Vor der Information / Before
Information 3/4, S. 67-72.
Nur ein Piratenradio kann
ein freies Radio sein.
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Radio als Kommunikationsmittel. Ein Aufruf zur Nutzung nichtkommerzieller Radios. In: radikal Heft 4 (1995), S. 36-42.
Eine gutgemeinte Ehrung vom Amtsblatt für unauthorisierte Lebensweisen
Tetsuo Kogawa: Toward Polymorphous Radio; in: Daina Augaitis, Dan Lander: Radio Rethink: Art, Sound and Transmission, Banff Centre Press, 1994
Kogawa, Protagonist des
japanischen mini-FM, beschreibt die Entstehung und die Gedanken, die
hinter dem Prinzip "mini-FM" stehen: Der Arbeit mit einen oder mehreren
kleinen, "polymorphen" Transmittern.
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4. Technische Aspekte in freien Radios
Kleiner Funklehrgang für
ultrakurze Wellen
Zusammengestellt
von Pi-Radio Berlin. Dies ist nicht als Aufruf zur Mißachtung geltender
Gesetze zu verstehen, sondern als Verbraucherschutzinformation darüber,
was beim Radio senden und empfangen so alles für Probleme lauern,
nebst einigen Anmerkungen, dem abzuhelfen. Sicherheitshalber verweisen
wir auf den dort zu findenden Einleitungstext: "... der Betrieb der vorgestellten Bastelarbeiten ist verboten, und wenn, dann nur in bleigepanzerten
[...] Laborräumen oder Atombunkern ..."
[Quelle: http://kulturserver-berlin.de/home/piradio/funkrahm.htm]
Ott, Daniel: Technischer
Sendeablauf und Sendeautomation im nichtkommerziellen Radio. Praktikable
Lösungen für Automationsaufgaben im Sendebetrieb nichtkommerzieller
Radiostationen (unv. Diplomarbeit 2005)
Umfangreiche Darstellung
der Möglichkeiten bei Freien Radios, eben jenes zu realisieren. Daneben
bietet die Arbeit durch die Befragung von 18 BFR-Radios
einen guten Überblick über Ressourcen, Organisation, Programmstrukturen
sowie die technische Ausstattung der einzelnen Radios. Vom Einsatz
bestimmter Schnittsoftware und Medientypen, bis zur Realisierung von
Netzwerken, Datenbanken, Mitschnittservern und Archiven werden die
Erfahrungen der einzelnen Radios dokumentiert.
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~ 3.8 mb]
Hartwig, Stefanie: Sender ohne Grenzen, (unv. Seminararbeit) 2004
Beschäftigt sich v.a. mit den Möglichkeiten der Verknüpfung von Freiem Radio und Internet.
Im Hauptteil eine Würdigung des Radioprojektes "reboot.fm", was im
Frühjahr 2004 in Berlin stattfand. Wer nicht weiß, wie reboot.fm technisch
funktionierte und welche Ideen dahintersteckten, findet hier einen
guten Einstieg:
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Sperandio, Felix (1998):
Audiodatenbanken geschlossener Benutzergruppen im Internet. Low-Budget-Lösungen
für den Austausch von digitalen Sendebeiträgen nichtkommerzieller Radios
in einem Wide Area Network (WAN). Stuttgart (unveröffentlichte Diplomarbeit)
Umfangreiche Darstellung
der technischen Grundlagen. Praktischer Teil ist begleitend zu dem
zip f.m.-Projekt auf dem stripe-Server von Ilmenau. (Inhaltlich ist
diese Arbeit zum Teil überholt, sie bildete aber die planerische Vorleistung
für die derzeitige Austauschplattform freie-radios.net)
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Grassmuck, Volker: Freie
Software. Zwischen Privat- und Gemeineigentum, Bundeszentrale für politische Bildung 2002
5. Pädagogik und Empowerment
Israel, Udo/Reimann, Andreas (2005): A & F Handreichungen. Materialien zur radiojournalistischen Aus- und Fortbildung in nichtkommerziellen Radios. Praxishandbuch für Lehrende und Lernende. München
Der Titel und die Untertitel sagen eigentlich schon alles. In dem großformatigen und dicken Buch finden sich zahlreiche, einzeln oder zusammenhängend einsetzbare Lern-Bausteine. Diese sind thematisch sortiert (z.B. Musik, Gender, Gestaltung und Komposition) und kommen nebst einer meist lesenswerten Einführung zum Thema. Eine überaus praktische und sehr empfehlenswerte "Handreichung, aber kein Lehrbuch." (Zitat Einleitung)
Mitwirkende und Autoren sind neben den oben genannten u.a. Beate Flechtker, Andreas Reimann, Andreas Linder, Reto Friedmann und Ariane Zeuner.
Werner, Ulrike/Günnel, Traudel (2003): Der Radioschein. Radiojournalistische Basis-Ausbildung von Laien. Praxishandbuch für Lehrende. München
Im Vergleich zu obigem Buch ein stärker durchgeplantes, und nicht rein auf die Bedingungen und Interessen freien Radios zugeschnittenes Lehrwerk. Ziel ist hier eine zertfizierte Grundlagenausbildung (Der "Radioschein"). Entstand als Ergebnis einer langjährigen Praxis für das Bildungszentrum Bürgermedien, Ludwigshafen. Im Gegensatz zu den "A & F Handreichungen" geschieht die Vermittlung aber ohne Bezug zu konkreten Themenbereichen.
Hahn, Harald (1999): Freie Radios als Ort der aktiven Jugend-Medien-Arbeit. Stuttgart.
Auf den Internetseiten
der Arbeitsgemeinschaft der Landesrundfunkanstalten findet sich daneben
eine Datenbank, in der einige der Publikationen der (in den einigen
Bundesländern) obligatorischen Begleitforschung zu nichtkommerziellen
Lokalradios aufgelistet sind. Das ganze findet sich unter http://www.alm.de/77.html
Inhalt und Redaktion dieser
Literaturseite: www.sthiermann.de
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