Archiv: Meldungen auf bfr-aktuell bis Dezember 2005
Archiv Januar 2006 bis Dezember 2007.
BFR-Rundbrief wieder da
Mit aktuellen Informationen über die bundesdeutsche Freie Radiolandschaft, gibt der Bundesverband Freier Radios (BFR) nach langer Pause wieder einen neuen Rundbrief heraus. Alle drei Monate wird dieser in den Mitgliedsradios ausliegen und individuell versandt. Themen der Novemberausgabe 2005: BFR-Kongress in Darmstadt, Aktuelle Situation Freier Radios, Länderreports aus Hessen, Berlin, Brandenburg, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern, Podcasting und Freie Radios, Ausbildung und Freie Radios, Publikationen. Der aktuelle Rundbrief zum nachlesen hier (pdf-Datei, ca. 600kB).
| Freitag, 21. Oktober 2005 |
LITERATUR WIRD HÖRBAR
Die Freien Radios - Österreich berichten unter dem Titel „literadio“ OnAir und im Internet von der Frankfurter Buchmesse. Täglich werden 4 Stunden Lesungen, Interviews, Verlagspräsentationen und Diskussionen gesendet. Das bedeutet 20 Stunden Literatur-Präsenz in Medien. Literadio bietet damit die umfassendste Medien-Berichterstattung von der Frankfurter Buchmesse. Das Programm, die Sendungen zum Nach-Hören und weitere Informationen
finden Sie unter www.literadio.org
| Donnerstag, 20. Oktober 2005 |
BFR-Kongreß am 12./13. November 2005 in Darmstadt
Der Bundesverband Freier Radios (BFR) trifft sich zu seinem diesjährigen Jahrestreffen bei Radio Darmstadt (RadaR). Dort wird es um Transparenz der Strukturen des BFR, Fragen der Programmqualität, mit neuen Übertragungstechniken im terrestrischen wie im Internetbereich, sowie um Möglichkeiten und
Grenzen einer europaweiten Vernetzung community-orientierter und freier
Medienprojekte gehen. Mehr Infos, Anmeldung und Programm http://kongress.radiodarmstadt.de.
| Donnerstag, 6. Oktober 2005 |
Radio BLAU - Spendenmarathon
Am 8. Oktober veranstaltet das nichtkommerzielle Radio Blau in Leipzig einen Spendenmarathon. Hintergrund sind die erhöhten Kosten, die mit der Sendezeiterweiterung auf 41 Stunden vor genau einem Jahr einhergehen. Das Radio ist wie viele andere nichtkommerzielle Medien auf die finanzielle Unterstützung der Nutzer angewiesen. Los geht´s um 19 Uhr in vielen Kneipen der Stadt. Mehr Infos hier.
Freie Radios jetzt auch per Podcast
Bereits seit 5 Jahren stehen die Hörbeiträge von den mehr als 30 Freien Radios in der BRD unter
http://www.freie-radios.net
kostenfrei zum Download bereit. Seit heute stellt die
Internetplattform des BFR die MP3-Dateien auch als Podcast
zur Verfügung.
| Donnerstag, 29. September |
Alternative Nobelpreisträger bei der Radiofabrik
Was die Alternativen Nobelpreisträger bei ihrem Salzburg-Treffen im Juni zu sagen hatten, ist jetzt für alle Interessierten auch im Internet zu hören. Die Radiofabrik, das Freie Radio in Salzburg, hat rechtzeitig zur Vergabe der Alternativen Nobelpreise 2005 in Stockholm die Internetseite
freigeschaltet.
| Mittwoch, 21. September 2005 |
Brandenburg bleibt rückständig
Brandenburg bleibt auch künftig das einzige ostdeutsche Bundesland, in dem kein regulärer nichtkommerzieller Rundfunk gefördert wird. Radioinitiativen und SympathisantInnen aus Berlin und Brandenburg hatten gefordert, die Verhandlungen zwischen den beiden Bundesländern zur Förderung nichtkommerziellen Rundfunks wieder aufzunehmen. In einer in der vergangenen Woche übermittelten Mitteilung des Berliner Senats wurde nun klar gestellt, daß derzeit keine Absicht bestehe das Thema erneut in Verhandlungen mit Brandenburg einzubringen.
Mitte des Jahres, war die Forderung des Berliner Senats den Aufgabenkatalog der Medienanstalt Berlin Brandenburg (MABB) um
eine Förderung des nichtkommerziellen Rundfunks zu erweitern, an der
ablehnenden Haltung Brandenburgs gescheitert.
Damit wird es auch zukünftig keinen nichtkommerziellen Radioveranstalter in Brandenburg geben.
| Freitag, 2. September 2005 |
DIY Databasing!
Radio FRO (Linz) - Konferenz, Workshops und
Präsentationen am Samstag, 3. und Sonntag, 4. September 2005 im Rahmen der Ars Electronica 2005- Hybrid - living in paradox
"Technical and legal aspects of Free Access to Information in
so-called Information Society"
Weitere Infos unter http://www.fro.at/ars05
| Mittwoch, 24. August 2005 |
Radio Darmstadt jetzt auch mit LiveStream
Seit Mitte August ist Radio Darmstadt auch außerhalb des Sendegebietes mit einem 24-stündigen LiveStream zu hören: http://live.radiodarmstadt.de. Das zugehörige Programm findet ihr unter http://programm.radiodarmstadt.de.
Hörlustwettbewerb: GRENZEN lose - neue RÄUME
Vom 29. September bis zum 01. Oktober findet in Halle das 1. hörLust Hörspielfestival statt. Nähere Informationen unter http://www.ewh-halle.de/hoerlust. Das hörLust - Festival wird vom Eine-Welt-Haus-Halle e.V. in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt präsentiert.
Corax-Hoerspielpreis HOERBERT 2005
Neues Spiel - neues Stück: der 3. Hörspielpreis von Radio CORAX. Thema: SCHÖNE NEUE WELT. Weitere Infos bei Radio CORAX
RADIO REVOLTE 2006
Anlässlich des 1200-jährigen Stadtjubiläums Halles unterstützt die Kulturstiftung des Bundes das Projekt RADIO REVOLTE von Radio CORAX.
Das Projekt umfasst eine Radiokunstausstellung, einen internationalen Kongress und künstlerisch-experimentelle Programmstrecken bei Radio CORAX.
RADIO REVOLTE will über die künstlerische (Neu-) Aneignung des Mediums Hörfunk zugleich medientheoretische, kulturelle, politische und praktische Anstöße geben für die bundesweit und international intensiv geführte Debatte über die Zukunft des Radios.
| Donnerstag, 21. Juli 2005 |
DIY Databasing! - Radio FRO Konferenz
Konferenz, Workshops und Präsentationen im Rahmen der Ars Electronica
am Samstag, 3. und Sonntag, 4. September 2005 in Linz: http://cba.fro.at/
Sendestart LOHRO
Ein weiteres Freies Radio erobert den Äther: LOHRO in Rostock.
Pünklich am 1.7. 12:18 Uhr sind sie an den Start gegangen.
Das Programm wird stückweise ausgebaut. Stream und feste
Sendepläne wird es ab 1.8.2005 geben. Frequenz: 90,2 MHz, weitere Infos unter http://www.lohro.de
Mediale Begleitung des Sozialforums in Erfurt
Zum erstmals Deutschland stattfindenden Sozialforum schlägt Indymedia eine mediale Begleitung der Freien Medien vor. Ein erstes Koordinierungstreffen soll Anfang Juli stattfinden.
Das Sozialforum vom 21.07. bis 24.07.2005 trägt das Motto "Für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Natur" und soll Aktivisten und Interessierte aus allen gesellschaftlichen Bereichen, die von der kapitalistischen Globalisierung betroffen sind, ein
Raum zum Austausch, Diskussion und Vernetzung bieten.
Weitere Infos zum Sozialforum unter
http://www.sozialforum2005.de und
http://www.sozialforum-von-unten.de.vu/
Radio Corax feiert Fünfjähriges
Am 1. Juli wird Radio Corax 95,9 fünf Jahre alt.
Gefeiert wird mit einer Bootsfahrt nach Kloschwitz, mit Livemusik, Lagerfeuer und mehr. Herzlichen Glückwunsch nach Halle!
Radioseminar zu Open Source
Im Rahmen des Hattinger Mediensommers vom 31. Juli bis 5. August 2005 im DGB-Bildungszentrum findet ein Seminar zum Einsatz von Linux in der Radioarbeit statt.
Außerdem: Tipps, wie auf der Basis von Linux
Streaminglösungen entwickelt werden können. Ein weiterer wichtiger Punkt
wird das Kennenlernen unterschiedlicher Lizenzen sein, um auf der einen
Seite das eigene geistige Eigentum zu schützen und auf der anderen Seite
sich den Angriffen der Plattenlabels erwehren zu können.
Elektromagnetischer Sommer auf Radio LoRa
Die LoRa-Sommerpause vom 18. Juli bis 14. August
bietet Platz für drei spannende Projekte
Vom 18.-31.7. streift das Team von "kanal 7" durch die Stadt. Zu erwarten sind akustische Installationen und Materialien aus den weltweiten elektronischen Netzwerken in der lebenswertesten Stadt der Welt.
Vom 1.-10.8 sendet "Langstrasse live", ein Projekt von Rolf Simmen. Dieses Radioexperiment holt für zehn Tage die Klänge der Zürcher Langstrasse auf die Frequenz von Radio LoRa: ein gut sichtbares Mikrofon wird aufgestellt und soll zehn Tage lang Antwort auf folgende Fragen geben: Wie hört sich die Langstrasse an? Bei Tag, bei Nacht, am Wochenende? Wie reagieren PassantInnen auf ein Mikrofon, das einfach ununterbrochen offen steht? Wie reagieren die HörerInnen?
Stündlich wird dies kurz unterbrochen durch das Projekt "Air Vent" von Kate Donovan. Sie überträgt per Telefon Geräusche und akustische Situationen aus aller Welt und wird damit die lokale Atmosphäre spannend kontrastieren.
Nach dem Abschluss des Elektromagnetischen Sommers gibt es den 4-tägigen LoRa-DJ-Marathon zur Street Parade.
Ein Tag gegen die österreichische Staatslüge
Der 15. Mai wird auf ORANGE 94.0, dem Freien Radio in Wien, mit einem Sonderprogramm begangen:
"Ein Tag gegen die österreichische Staatslüge.
Die Opfer haben Namen."
ORANGE 94.0 versucht in einem 24-stündigen Sonderprogramm in aller
angemessenen Unerträglichkeit zumindest ansatzweise das Ausmaß der
Lebenslüge Österreichs zu verdeutlichen.
Von 0.00 bis 24.00 Uhr werden am 15. Mai am Morzinplatz, dem
seinerzeitigen Standort des Gestapo-Hauptquartiers in Wien, Namen und
Eckdaten von Opfern des NS-Regimes gelesen. Die Lesung wird von
ORANGE 94.0 durchgehend live übertragen.
Damit soll ein Kontrastprogramm zu den offiziellen Feierlichkeiten wie
auch zu dem Jubelprogramm auf anderen Radio- und Fernsehkanälen geboten
werden.
Radio Blau Leipzig feiert 10jähriges Bestehen
Das freie Radio in Leipzig Radio Blau sendet seit 10 Jahren. Den Radio-Verein Leipzig gibt es schon seit 1990. Dieser hat sich besonders mit diversen Projekten im Bereich des Kinder- und Jugendradios hervorgetan. Radio Blau startete am 3. Mai 1995 mit 4 Stunden jeweils am Sonntag. Seit Oktober 2004 sendet das Radio wöchentlich 41 Stunden mit einem täglichen Programm. Die Frequenz müssen sich die Macherinnen und Macher mit dem eigenartigen Radiokonstrukt Apollo teilen.
Am 28. Mai 2005 wird das Sendejubiläum mit einem Tag der offenen Tür, einem großen Geburtstagkonzert und einer Geburtstagsparty gefeiert. Ab 21 Uhr wird live übertragen. sv
Mehr siehe Einladung auf der Pinnwand: Hier
Freilassung von Sandra Bakutz!
Bereits seit dem 10. Februar 2005 befindet sich die Jounalistin des freien Radios in Wien Orange 94.0, Sandra Bakutz, unter dubiosen Umständen in der Türkei in Haft. Zuerst in Gebce bei Istambul, dann verlegt nach Ulucanlar bei Ankara. In diesem, wie in vielen anderen Gefängnissen der sog. freien Welt, sind die Rechte der Menschen politisch außer Kraft gesetzt worden. Sandra Bakutz wirft man “Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation” vor. Ein Anwalt konnte Sandra Bakutz nach Angaben (08.03.2005) von Radio Orange 94,0 erst einmal aufsuchen, einmal wurde ihm der Besuch von den türkischen Behörden verweigert. Für den 30. März 2005 ist der Prozeß gegen Sandra vor dem politischen Sondergerichtshof in Ankara (DGM Staatssicherheitsgericht) angesetzt. „Außergewöhnlich früh für solche Prozesse in der Türkei“, bemerkt ein Sprecher von Radio Orange. Ein Grund, davon auszugehen, daß Sandra dann wieder freigelassen werde.
Sandra Bakutz ist seit vielen Jahren aktiv für die Verteidigung der vielbesungenen Menschenrechte in der Türkei. Dieses Engagement war der türkischen Regierung offensichtlich zu viel. Nachdem sie in Brüssel 2000 Gesprächstermine mit europäischen Parlamentsmitgliedern hatte, wirft man ihr nun vor, eine Unterschrift für die Freilassung eines politischen Häftlings in der Türkei geleistet zu haben. Auch mittels einer offensichtlich manipulierten Diskette, die schon für einen politischen Massenprozeß (46 Aktivisten und Journalisten, verhaftet am 1. April 2004, Prozeßbeginn für den 11.02.2005 anberaumt, aber verschoben) verwendet werden sollte, möchte der türkische Staat ihr nun daraus den absurden Vorwurf der "Unterstützung einer verbotenen Vereinigung" machen.
Gegen die Inhaftierung von Sandra haben bereits die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ sowie das österreichische Außenministerium Protest eingelegt.
Der Bundesverband freier Radios in Deutschland (BFR) fordert die türkische Regierung auf, die Rechte der Menschen und der Presse zu achten und Sandra Bakutz sofort freizulassen.
Stefan Valentin
Weitere Infos z. B. hier oder hier
Erinnerung an Georg Elser (4.01.1903 - 9.04.1945)
Am 9. April 1945, einen Monat vor der Befreiung Deutschlands vom faschistischen Naziregime, wurde Johann Georg Elser auf Anweisung von H. Himmler ermordet. Er war einer der aufrechtesten und mutigsten Menschen, die in diesem Land jemals gelebt haben. Seiner zu gedenken hat sich Deutschland bezeichnenderweise bis in die jüngste Vergangenheit geweigert. Elsers Angehörige erlebten bis in die 60iger Jahre Schikanen. Erst seit Ende der 90iger Jahre gibt es mehr als eine Georg-Elser-Straße und mehr als eine Georg-Elser-Schule.
Dafür gedenkt Deutschland mit seltsamer Normalität aber weiter seiner Nazis und bezeugt damit seine fortlaufende Bemühung der indirekten Verherrlichung der faschistischen Vergangenheit. Zum deutschen Gedenken an die Schlächter gehört z.B., daß es in Berlin einen Hindenburgdamm gibt, die Kasernen mit dem Namen des Guernica-Schlächters Mölders erst in den letzten Wochen umbenannt wurden, eine H. Wessel-Traueranzeige kürzlich in der Berliner Zeitung erschien oder sog. Gebirgsjäger, - darunter auch Altnazis - ihre Mördertradition bis vor kurzem unbehelligt feiern konnten.
Daß das Wissen um den politischen Widerstand zwischen 1933 und 1945 sich keiner großen Lebendigkeit in der Bevölkerung erfreut, ist ein weiteres Kennzeichen dieser Normalität. So kennt der Schulunterricht den politischen Widerstand der Edelweißpiraten sowenig, wie er Georg Elser die Erinnerung verweigert.
Georg Elser hatte am 8. November 1939 versucht, mit einer Bombe den Faschistenanführer und Kriegsherren Hitler zu beseitigen. Dieser Plan schlug leider fehl, weil Hitler die alljährliche Hitlerputsch-Gedenkveranstaltung im Münchener Bürgerbräukeller wegen einer Zugverbindung etwa 10 Minuten früher, als von Elser berechnet, verlassen hatte. 8 Besucher der Veranstaltung (mutmaßlich Nazis) starben, über 60 wurden noch verletzt. Elser hatte beabsichtigt, noch vor der Explosion in die Schweiz zu gelangen und seine Tat dort öffentlich zu machen, um Verhaftungen zu verhindern. Er wurde etwa 2 Stunden vor der Explosion kurz vor der Grenze in die Schweiz verhaftet. Einer der Häscher erhielt in den 70iger Jahren noch das Bundesverdienstkreuz.
Wäre sein Plan geglückt, wären die zum größten Teil faschistischen Deutschen ihres „Führers“ und hoher Nazibonzen verlustig gegangen und darum schwerer in der Lage gewesen, die soeben begonnenen Eroberungs- und Vernichtungskriege sowie die weitere Ermordung von Millionen von Menschen in Arbeits- und Vernichtungslagern zu bewerkstelligen. Das Scheitern des Anschlags stärkte das Regime möglicherweise aber auch. So kam es in den Tagen nach dem Attentat aus der Bevölkerung zu zahlreichen Denunziationen von völlig Unbeteiligten.
Am 9. April 2005 vor 60 Jahren wurde Georg Elser, nach über 5-jähriger Isolationshaft im KZ Sachsenhausen (bei Berlin), im bayrischen KZ Dachau (bei München) ermordet. Seine Nazimörder wollten verhindern, daß mit Kriegsende die Wahrheit ans Tageslicht kommen würde: Daß Elser nicht im Auftrag "terroristischer" feindlicher Geheimdienste, sondern allein gehandelt hatte.
Nach Verlautbarungen aus dem Umfeld freier Radios ist die Erinnerung an Georg Elser zu seinem 60. Todestag in Sendungen freier Radios beabsichtigt.
Stefan Valentin
Infos zu Georg Elser z.B. hier , hier , oder hier
Infos zu den Edelweißpiraten
Pressefreiheit vs. Vertraulichkeit
Amtsgericht verurteilt FSK-Redakteur
Am 28.01.2005 verurteilte das Amtsgericht Hamburg den ehrenamtlich für das freie Radio in Hamburg FSK tätigen Redakteur Werner P. zu einer Geldstrafe (80 mal 25€ = 2000€), weil er vorgeblich die Vertraulichkeit des Wortes eines Pressesprechers verletzt haben soll.
In einer Mitteilung des Radios wird berichtet, daß Werner P. im Zusammenhang mit Demonstrationen den Pressesprecher der Polizei Hamburg am 18. und 19. Oktober 2003 zweimal interviewt habe. In diesen Interviews sei es um 2 Teilnehmer einer Demonstration zur Verteidigung von Bauwagenplätzen und des Demonstrationsrechts gegangen, die von der Polizei verhaftet wurden. Dabei wurden sie schwer verletzt und mußten in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die Öffentlichkeit sei über diesen Vorgang nicht unterrichtet worden, so das Radio.
Der Pressesprecher habe zu erkennen gegeben, „daß die Polizeipressestelle entweder intern falsch informiert worden war oder die Öffentlichkeit uninformiert lassen wollte." so Werner P. , der pointierte Teile der Gespräche wenige Tage daraufhin sendete.
Als quasi Reaktion darauf wurden am 25.11.2003, immerhin ca. 4 Wochen später, die Studioräume des Radios durchsucht. Zu diesem Zeitpunkt habe sich die Polizei bereits im Besitz eines Sendemitschnitts befunden, so FSK. Bei der Polizeirazzia, die unter massivem Aufgebot und Druck vor sich ging, wurden Adress- und andere Ordner beschlagnahmt, die Räumlichkeiten abfotografiert, Skizzen gefertigt und die Berichterstattung über die Durchsuchung unterdrückt. Danach drang die Polizei ohne Durchsuchungsbeschluß in eine Wohnung (die von Werner P.) ein, fotografierte auch sie und beschlagnahmte wie „zufällig“ ein nie gesendetes Interview zu einer verlorenen Polizeiwaffe.
Ob das Radio gegen das Urteil des Amtsgericht Rechtsmittel einlegen wird, ist bisher nicht bekannt.
Das Radio hat zur Klärung des Vorgangs das Verfassungsgericht angerufen. Siehe auch Meldung vom 15.11.2004
Zur Presseerklärung von FSK vom 31.01.2005
Sendeverbot im Offenen Kanal Kiel
Am 29.1.2005 fand in Kiel ein Aufmarsch von ca. 400 Neonazis statt. Über diesen live zu berichten war Anliegen von Radioleuten, die sowohl in der FreienRadioCooperative Husum, als auch im Freien Sendekombinat Hamburg (FSK) beheimatet sind. Geplant war eine Sendung über den offenen Kanal Kiel. Und mit diesem auch vereinbart und in seinen Räumen vorbereitet.
Mit der kuriosen Begründung, für die Sicherheit des offenen Kanals nicht garantieren zu können, haben Staatshüter und offener Kanal Kiel dann aber in der Nacht zuvor entschlossen, eine Berichterstattung über das Neonazimarschieren zu verhindern. Sie haben sich damit zur politischen Zensur und zur Unterbindung der freien Berichterstattung bekannt. Zum Vorteil neonazistischer Aufmärsche.
Die Freie RadioCooperative Husum ruft dazu auf, bei der Unabhängigen Landesanstalt für das Rundfunkwesen Schleswig-Holstein (ULR) und/oder direkt bei dem Leiter der Offenen Kanäle Schleswig-Holstein, Peter Willers, Tel.-Nr. 0431-640 040 vorstellig zu werden.
Stefan Valentin
| Donnerstag, 27. Januar 2005 |
Spendenaufruf!
Alle Personen, insbesondere diejenigen, denen freies Radio wichtig und lieb ist, werden gebeten, Geld zu spenden!
Der Verband der freien Radios in Deutschland (BFR) ruft hiermit zur Unterstützung der durch das Flutwasser vom 26.12.2004 in Schwierigkeiten geratenen freien Radios in Indonesien auf. Spendenaufrufe über den Äther sind ausdrücklich erwünscht!!
Aus Indonesien berichtet die für dortige freie und kommunitäre Radiostationen tätige Organisation Combine über eine in der Provinz Aceh (auf der Insel Sumatra gelegen) zerstörte freie Radiostation sowie über andere in Schwierigkeit geratene freie und kommunitäre Radiostationen in Indonesien. In dieser Provinz kommt es überdies zu militärischen Konfrontationen, die im Zusammenhang mit Rohstoffvorkommen sowie islamistischen Auswüchsen in dieser Provinz stehen dürften. Combine ist eine Verbandsorganisation von unabhängigen Radioprojekten in Indonesien und ist im Weltverband freier Radiostationen AMARC organisiert. Combine hat um Hilfe gebeten.
An nachfolgend aufgeführte Kontonummer möge jede Freundin und jeder Freund libertären Rundfunks eine möglichst große Summe spenden. Der BFR schließt sich damit dem Spendenaufruf der von der Gewerkschaft Ver.di (Ex-IG Medien) und den evangelischen Akademien u.a. getragenen Organisation Solidaritätsfonds demokratische Medien in der Welt e.V. an.
Spendengelder bitte mit dem Vermerk ‚Für Freie Radios‘ versehen - damit kenntlich werden kann, wieviel Geld aus dem Umfeld freier Radios kommt -
überweisen an:
Solifonds demokratische Medien in der Welt e.V.
Spendenkonto : SEB – Bank Stuttgart – BLZ 600 101 11 – Kto.Nr. 1049 94 83 00
| Donnerstag, 13.Januar 2005 |
Zum 5. "Weltsozialforum" vom 24. bis zum 31. Januar 2005 in Porto Alegre, Brasilien
tägliche Audio-Berichte auf freie-radios.net
Bereits zum fünften Mal und zum vierten Mal in der brasilianischen Stadt Porto Alegre wird vom 24. Januar bis zum 31.Januar ein sogenanntes Weltsozialforum stattfinden. Der Arbeitstitel des Treffens firmiert unter „eine andere Welt ist möglich“. Die auch für die Erhebung einer Spekulationssteuer eintretende internationale Vereinigung ATTAC stellt sich gegen eine "neoliberale Globalisierung" und hinter eine "solidarische Weltwirtschaft". Hinsichtlich von „anderer Welt“ und „neoliberaler Globalisierung“, sei an dieser Stelle die Frage erlaubt, ob nicht eventuell auch andere Produktionsverhältnisse, respektive andere Eigentumsverhältnisse ebd. zu fordern, einen Zugewinn an Sinnhaftigkeit ergäbe. „Sozialabbau“ z.B. hieße dann auch wieder schlicht Enteignung.
Hörerinnen und Hörer freier Radios werden dies besser beurteilen können, weil Radioberichte und -beiträge aus Porto Alegre von einer Korrespondentin des freien Radios in Zürich LoRa täglich auf das Audio-Portal freier Radios im BFR (www.freie-radios.net, siehe Link auf der Startseite) gestellt werden. Und somit eine kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten und mit dem Treffen selbst ermöglicht ist. Auch der Weltverband freier Radios AMARC (Association Mondiale des Radiodiffuseurs Communautaires) organisiert nach Angaben von Radio LoRa ein tägliches Programm über das Treffen.
AMARC hatte im Spätjahr (10. bis 11. November 2004) in Brasilia, Brasilien ein Seminar über rechtliche Schritte zur Verankerung eines "right to communication" veranstaltet, dessen Schwerpunkt aber auf Brasilien und Mexiko lag. Da jedoch auch in Europa Verwirklichungen demokratisch-selbstbestimmter Kommunikationsmedien (Community Media) Einschränkungen und Behinderungen unterliegen, wird sich der Europarat am 10. und 11. März 2005 in Kiev, Ukraine mit der Frage ihrer politischen Bestätigung und rechtlichen Verankerung befassen. Diverse überstaatliche Initiativen haben dazu Forderungspapiere erstellt. Sie zielen auf politische Anerkennung freien Gesellschaftsfunks als drittem audiovisuellen Sektor neben staatlichen und kommerziellen Kommunikationsmedien: Siehe dazu auch Meldungen vom 7.11. und 13.10.2004.
Forderungspapiere: hier , hier oder hier z. B..
Zum „Weltsozialforum“ auch: hier
Zur Ministerratskonferenz des Europarates 10. und 11. März 2005 in Kiev, Ukraine: hier
| Dienstag, 07. Dezember 2004 |
BFR promoted Jahresendfeiergeschenkkaufzwangsabsichten
CD von Radio Flora
Radio Flora in Hannover hat eine CD produziert. Sie heißt radio flora's Sing-A-Song und geht auf das 1. Große Hannöverische Songwriter-und Bardenfestival im Sommer zurück, welches Radio Flora anläßlich seines siebenjährigen Sendebestehens veranstaltete. Die CD soll 7 € kosten und LiebhaberInnen der hannoverischen Musikszene in Entzückung versetzen. Dieselbe soll mit dem Kauf der CD unterstützt werden. Aber auch der freie Rundfunk Hannover,
Radio Flora.
| Montag, 29. November 2004 |
Radio F.R.E.I. (Erfurt) und Radio Lotte (Weimar) in ihrer Sendezeit bislang
nicht beschnitten.
Nach einer Meldung von Radio Lotte in Weimar hat sich die thüringische Landesmedienanstalt (TLM) und hier der Ausschuß für offene Kanäle und Medienkompetenz bisher nicht eindeutig gegen eine Sendezeitbeschneidung der thüringischen freien Radios F.R.E.I. in Erfurt sowie Radio Lotte in Weimar ausgesprochen. Die Sitzung des Ausschusses sei kontrovers verlaufen und die Entscheidung vertagt worden.
Die Radios haben das in Erklärungen begrüßt.
Proteste gegen eine Streichung von Sendezeit hatten Pläne der TLM ausgelöst, den staatlichen französischen Auslandssender RFI auf die Frequenzen der freien Radiostationen zu hieven und damit insbesondere das Infomagazin Novosti bei Radio F.R.E.I. (Freier Rundfunk Erfurt International) zu verdrängen. Eine französische Sendung zu mittag ist schon was feines, vielleicht klappts ja woanders oder hier.
siehe auch Meldung vom 4. Oktober 2004
Erklärung von Radio F.R.E.I.
Meldung von Radio Lotte Weimar
| Dienstag, 23. November 2004 |
Pfingsttreffen Freier Gesellschaftsfunk goes international
"Internationales Radio-Camp" angedacht
Im Rahmen des alljährlichen Radiocamps zu Pfingsten am Bodensee (12. -16. Mai 2005) planen die Veranstalter der Assoziation Freier Gesellschaftsfunk Baden-Württemberg (AFF) zur "Vernetzung freier Medien auf europäischer Ebene"
ein "internationales Radio-Camp". Es wird im Zusammenhang des im November 2004 gegründeten European Community Media Forums(ECMF) stehen und plant die Teilnahme von 120 Mitgliedern freier Radios aus europäischen Ländern.
Die verabschiedeten Resolutionen der Europarat-Konferenz vom März 2005 in Kiev können so innerhalb dieses europäischen Zusammenhangs freier Radiostationen lebendig erörtert werden. Daneben wird es auch einen Workshop "Arbeitsweltradio/Gewerkschaftsgruppen" geben.
Die Resolutionen der Europarat (CoE)-Konferenz werden den europäischen Obrigkeiten "in times of war and crisis" (hoppla!) auf Intervention von 50 europäischen Organisationen freien Gesellschaftsfunks mit großer Wahrscheinlichkeit jeweils anempfehlen, diesen Gebrauch von Kommunikationsmedien (als community media) endlich als eigenständige, dritte Form der Nutzung von Rundfunkmedien anzuerkennen (neben Staats- und Kommerzkommunikation) und dies entsprechend in ihren Rundfunkgesetzgebungen zu verankern.
Siehe auch die Meldungen vom 7. November und 13. Oktober 2004.
| Donnerstag, 18. November 2004 |
Konferenz für freie Kommunikationsmedien:
"durchblick! ... Medien in Bewegung(en)"
Stuttgart vom 19. -21.11.2004
Das Freie Radio für Stuttgart ist Mitveranstalter der Konferenz "durchblick! ... Medien in Bewegung(en)", die vom 19.-21.11.2004 in Stuttgart stattfindet. Teilnehmen wird auch Onda aus Berlin.
Möglicherweise kommt die Konferenz zu dem Ergebnis, Kommunikationsmedien zukünftig nicht mehr einfach nur "Medien" zu nennen, weil ein Mittel (lat. medium), eine Schraube anzuziehen, wenn sie locker ist, ist ein Schraubenzieher ...
Programm der Konferenz
| Freitag, 26. November 2004 |
BFR bedankt sich bei John Peel
Vielleicht zu spät, hier dennoch:
Der BFR betrauert den Tod von John Peel (26. Oktober 2004), der die Hörerinnen und Hörer freier Radiostationen in Deutschland monatlich mit einer 2-Stunden Sendung beglückte. Daß darüber im abhängigen Pressebereich kaum berichtet wurde, dies also immer ein kleines Geheimnis freier Radios in Deutschland blieb, lag aber sicher nicht an John Peel. Er tat dies seit langer Zeit (seit 1996), extra für sie und ebenso ehrenamtlich, wie freie Radios ehrenamtlich senden. Peel belieferte das Freie Senderkombinat Hamburg zunächst noch mit geschickten Cassetten, die von dort kopiert an die anderen Stationen gingen.
John Peel, vielen Dank!
Presseerklärung FSK
Presseerklärung Radio Dreyeckland Freiburg RDL
BBC-Infos
| Dienstag, 16. November 2004 |
6. Karlsruher Hörspielpreis
Um zu verhindern, daß das Programm allzu staubtrocken und tendenziös gerät, veranstalten die doitschen Staatsfunker von der ARD seit 5 Jahren ein Hörspielfestival ("Plopp") zusammen mit der Berliner Akademie der Künste. Unabhängige Produzenten sollen damit an Land gezogen werden. Dieses Jahr hat es mit der Kooperation nicht geklappt und „DLF“ und „Deutschlandradio“ haben sich zurückgezogen. Waren die Beiträge nicht affirmativ genug?
Wie auch immer. Das freie Radio in Karlsruhe, Querfunk, veranstaltet seit 6 Jahren den „Karlsruher Hörspielpreis“. Dieses Jahr wurden Beiträge von unter 15 Minuten Länge ausgeschrieben und sogenannte "Kurzknaller" von unter drei Minuten. Es kam zu annähernd 100 Einsendungen, aus denen die Jury, die Kulturredaktion des Senders, nun aus den besten Beiträgen ein Programm zusammengestellt hat, das seit Oktober 2004 ausgestrahlt wird. Im Februar 2005 vergibt die Jury dann die Rote Röhre und stellt die GewinnerInnen während der abschließenden Sendung vor. Auf eine Rangfolge unter ihnen wird bewußt verzichtet. Beiträge aus den Vorjahren, darunter die der Gewinnerinnen und Gewinner, lassen sich auch online anhören.
| Montag, 15. November 2004 |
Freies Senderkombinat Hambug (FSK) erhebt Verfassungsbeschwerde wegen Durchsuchung am 25.11.2003
Zur höchstrichterlichen Klärung und Feststellung der Rechtswidrigkeit sowohl der Anordnung, als auch der Durchführung der Durchsuchung seiner Räume am 25.11.2003 hat das Freie Senderkombinat Hamburg schon im Sommer Verfassungsbeschwerde eingereicht. Gegen die polizeiliche Anweisung, nicht direkt über die Durchsuchung des freien Radios zu berichten, ist noch ein Amtsgerichtsverfahren anhängig.
Der BFR wird FSK in diesen Prozessen unterstützen.
Die Presseerklärung von FSK Hamburg
BFR-Kongreß begrüßt die Bildung des CMFE
Der vom 5.-7. November in Halle stattgefundene jährliche Kongreß des Bundesverbandes Freier Radios hat die parallel in Halle erfolgte Bildung des European Community Media Forums (ECMF)begrüßt.
Das Europäische Community Media Forum soll eine offene Plattform sein für die Partizipation lokaler, nationaler und internationaler Organisationen, nicht beschränkt auf Community Media, sondern auch unter Einbeziehung von Organisationen, welche Community Media und das Recht auf Informations- und Meinungsfreiheit unterstützen und fördern.
Das Hauptziel des ECMF ist die Anerkennung, Förderung und Unterstützung von Community Media - des dritten audiovisuellen Sektors - in Europa.
vollständige Pressemitteilung
Proposal to the European Council
Bericht von Radio Corax zur Tagung
| Donnerstag, 11. November 2004 |
Todeszug und freie Radios
Bis um sechs Uhr morgens, Dienstag, 9.11.2004, sendete Radio Freies Wendland und berichtete live aus der Kälte rund um Dannenberg. Menschen überall in der Republik wurden so, aber auch durch andere freie Radios, z.B. Radio Flora, Hannover, über die Bemühungen des Atomstaats unterrichtet, den 500 Meter langen Zug mit 12 Castorbehältern in die Abstellhalle in Gorleben zu verfrachten. Musikanlagen, wenn sie nicht zu gerade durchsuchten Discotheken gehörten, konnten aber auch die zahlreichen von der Polizei eingekesselten Sitzblockaden mit mehreren tausend Menschen mitten in der Nacht und klirrender Kälte mit guter Musik und neuesten Nachrichten versorgen. Korrespondenten gab es mehrere tausend vor Ort, manche hatten auch Telefon.
Um sechs Uhr morgens beeilte sich dann Radio ZuSas Redaktion für Wiederherstellung normaldeformierter Informationsverhältnisse dem Staatsfunk und seinem Atomstaat wieder Platz zu verschaffen. Der hatte dies auch dringend nötig und verbreitete dann fröhlich um sechs Uhr morgens sein Programm von der problemlosen Weiterfahrt der Castoren, obwohl drei Sattelschlepper soeben mit Motorschaden festsaßen.
Investigativer Journalismus hört sich bekanntlich anders an. Dieser spricht im Fall der Tötung von Sébastien Briat sicher nicht von einem "tragischen Unfall", sondern von Inkaufnahme einer Tötung in Tateinheit mit nichthinreichender Sicherung von Beweismitteln.
Den Tod von Sébastien Briat betreffend (Erklärung der Beteiligten vom 12.November 2004):
Hier lesen.
Der BFR betrauert den Tod von Sébastien Briat und erklärt sich solidarisch im Kampf französischer Gruppen gegen die Nutzung der Kernenergie.
| Sonntag, 31. Oktober 2004 |
"Atommülltransport" Gorleben 2004
Begleitet von zigtausenden Paramilitärs erlaubt sich Energiepolitik und Steuerzahler ab 6. November wieder einen "Atommülltransport" (hochaktive Brennelemente, die Plutonium enthalten) aus der französischen "Wiederaufbereitungsanlage" La Hague in den ehemaligen Salzstock bei Gorleben im Wendland.
Damit die Öffentlichkeit vom apokalyptischen Charakter dieser Veranstaltung überhaupt etwas erfährt, werden freie Radios so viel wie möglich berichten. Einen Überblick über Sendezeiten und -orte sowie ergänzende Informationen zur Beton-, Auto-, Gift- und Polizeiwelt der Kernenergie gibt es auch hier...
| Freitag, 22. Oktober 2004 |
Freie Radios und Atommülltransporte ins Erdbebengebiet
Nicht nur im bösen Belarus prügeln paramilitärische Polizeitruppen auf Oppositionelle ein. Bevorzugtes Gelände für das Niederprügeln und Körperverletzen von sozialem Widerstand hierzulande ist seit vielen Jahren das niedersächsische Wendland und dort sein berühmtes "Endlager" für stark radioaktiven "Atommüll". Hunderte, wenn nicht tausende Menschen haben die Uniformierten der Parallelwelt bereits ihrer körperlichen Unversehrtheit beraubt und sie rechtswidrig schwer oder weniger schwer verletzt. So wird das vermutlich auch wieder am 8. November 2004 geschehen, an dem vermutlich der diesjährige Castor-"Atommülltransport" durchgeprügelt werden soll.
Seit gestern ist bekannt, daß das Gelände auch Erdbebengebiet ist. Man weiß bisher nichts über die Ursache dieses Bebens mit der Stärke 4,5. Es rief starke Erschütterungen hervor. Wars der Salzstock, der zusammen fiel? Wir werden es schon noch erfahren, auch, was das soll, hochgiftige und gemeingefährliche Stoffe in nicht gesicherte Salzstöcke für mehrere Millionen Jahre einlagern zu wollen, warum das Wirtschaftsrecht beständig gebrochen wird (Emissionsrecht). Was der Autowahnsinn mit Atomkraftwerken zu tun hat (kleiner Tip: was braucht mehr Strom: Ein Autowerk oder eine Stadt?),
wie staatliche Subventionen für diesen Destruktionsapparat den Menschen aus der Tasche gestohlen werden, etc. pp..
Demnächst in Ihrem freien Radio, hier z.B. schon mal, oder hier...
| Mittwoch, 20. Oktober 2004 |
Nachrichten aus Lateinamerika
Das seit Mitte 2000 tätige Radioprojekt Onda war in letzter Zeit wieder erfreulich aktiv. Onda gehört zu den in Berlin ansässigen Lateinamerika-Nachrichten e.V. und versorgt Freie Radios, aber auch öffentlich-rechtliche Sender in Deutschland und Leute mit guten Computern und Leitungen mit Nachrichten und Info-Blöcken aus und über die Länder Lateinamerikas.
Onda hat seinen Sitz in der Yorckstraße 59. In letzter Zeit hat dieses Haus in Berlin-Kreuzberg Aufsehen erregt, als sein Hamburger Eigentümer versuchte, die Mieter mit eklatanten Mieterhöhungen aus dem Haus zu vertreiben.
Über das Audio-Portal von Onda http://www.npla.de/onda und sein Archiv lassen sich die Beiträge herunterladen, hören oder versenden. Im Archiv enthalten sind die mittlerweile 94 Produktionen des Info-Magazin Onda-Info.
Die letzten Beiträge:
AIDS in Kolumbien – Die Epidemie im Windschatten des Krieges: 30.000 Kolumbianer sterben jährlich eines gewaltsamen Todes. An AIDS werden in Kolumbien in absehbarer Zeit noch mehr Menschen sterben.
hier anhören
Politisches Kino in Argentinien: „Memoria del saqueo – Chronik einer Plünderung“: Der neue Film von Fernando Solanas, der argentinische Regisseur im Gespräch mit Onda über die neoliberale Transformation Argentiniens von einer Kornkammer zu einem Krisengebiet.
hier anhören
Montes Azules: Bioreservat im Visier der EU-Organisation: Was will die EU-Organisation im Lakandonischen Regenwald? Autobahnen?
hier anhören
| Mittwoch, 13. Oktober 2004 |
Freie Radios und Europarat
In Vorbereitung einer Europarat-Konferenz (nicht zu verwechseln mit dem europäischen Rat der EU-Organisation) zu "Mass-Media-Policy" vom 10. bis 11. März 2005 in Kiev (Ukraine) reklamiert seit dem 1. September 2004 der BFR als Unterzeichner eines an den Europarat gerichteten Forderungspapiers die Anerkennung und garantierte Rechte für das, was englisch Community Media heißt und sich als dritte Säule (Third Audio Visual Sector) neben staatlichen und privatwirtschaftlichen Sendergefügen europaweit und international etabliert hat. Die Freiheit der Publikation (Freedom of Speach, Expression and Communication), die in diversen Resolutionen international und national seit langer Zeit Absichtserklärung geblieben ist, bedeute insbesondere bei sich "konvergierenden und kommerzialisierenden Medien" die Notwendigkeit der Implementierung von politischen Maßnahmen, die einen freien und gleichen Zugang zu Kommunikationsmedien garantieren.
Die Forderungen wurden in verschiedenen Treffen zahlreicher europäischer und internationaler Vertreter freier Kommunikationsmedien erhoben, zuletzt im Juni 2004 beim FM@dia-Forum 2004 in Prag.
Zum Papier:
hier
Die Selbstdarstellung der CoE-Konferenz: hier
Auflistung zur Abstimmung eingebrachter Resolutionen von nicht-Regierungsorganisationen, darunter der Bundesverband Freier Radios: hier
| Mittwoch, 6. Oktober 2004 |
Sächsische Medienanstalt unterdrückt 10 Jahre rechtswidrig freie Radioinitiative in Dresden
Das freie Radio Coloradio Dresden könnte sich eigentlich freuen. Möglicherweise sind aber 10 Jahre Unterdrückung zuviel zum Freuen. Jedenfalls ist es jetzt rechtskräftig: Die staatliche sächsische Medienanstalt (SLM) hat aufgrund antidemokratischer Haltung und den ihr entsprechenden rechtswidrigen Verfahrensweisen eine weitere Entwicklung freien Gesellschaftsfunks in Dresden und Sachsen unterdrückt. Dafür ist sie nun endgültig gezwungen, eine Neuausschreibung einer Frequenz in die Wege zu leiten, die, wie das das sächsische Oberverwaltungsgericht festgestellt hat, rechtswidrig seit 10 (!) Jahren der Radio-Initiative Dresden (ColoRadio Dresden) vorenthalten wurde. Statt wie seit dieser Zeit bloße 4 Stunden wöchentlich, hätten Dresdens freie Bürger seit mindestens fünf Jahren 4 Stunden täglich freies Radio hören können.
"Vive la F.R.E.I. !"
französischer Staatssender RFI will sich auf Frequenz von Radio F.R.E.I. Erfurt schummeln
2 Stunden Sendezeit sollen dem französischen Auslandssender RFI (Radio France International) auf der dem Erfurter freien Radio F.R.E.I. zur Verfügung stehenden Frequenz zugesprochen werden. Nach Angaben des Radios würde dadurch die mittägliche Info-Magazinsendung Nowosti verdrängt.
Über die Vorlage will die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) am 05. Oktober befinden.
Radio F.R.E.I. ruft dazu auf, sich der Planung zu widersetzen und dagegen zu protestieren. Es geht nicht grundsätzlich gegen RFI, sondern in erster Linie gegen die Beschneidung der Sendezeit von Radio F.R.E.I..
Auch bleibt die Frage offen, was Staatsfunk auf einer Frequenz zu suchen hat, die unabhängigen Bürgermedien vorbehalten ist.
Protestbriefe an:mail@radio-frei.de
weiteres siehe: http://www.radio-frei.de
Letztes Update 23.10.04
| Dienstag, 7. September 2004 |
"Von der Kür zur Pflicht?
Perspektiven nicht kommerziellen lokalen Hörfunks"
Medienpolitische Tagung in Halle am 5. November 2004
Die Tagung stellt die Frage nach den Perspektiven nicht kommerziellen lokalen Hörfunks. In Referate und Diskussion miteinfließen werden u.a. Erfahrungen freier Radios, wechselseitige Ansprüche an sie und deren Kritik. Einen Ausgangspunkt dabei bildet die besondere Situation freier Radios in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, deren jeweilige Mediengesetze u.a. Kooperationen freier Radios hervorgebracht haben. Diese erweitern sowohl die Möglichkeiten freier Radios, als auch medienpolitische Bedürfnisse vor dem Hintergrund einer ungenügenden Medienpolitik (auch der EU) und neuer technischer Möglichkeiten.
Die Tagung wird von Radio Corax, freies Radio Halle organisiert.
Ort: Halle
Zeit: 5. November, 10:00 - 20:00 Uhr
Apart Hotel Halle
Kohlschütter Straße
siehe: http://www.perspektiven.radiocorax.de
Radio-Konferenz auf der Ars Electronica
Unter dem Titel "Collaborative Broadcasting" setzt die diesjährige Radio FRO Konferenz ihren Schwerpunkt auf die Entwicklung und Adaption medienübergreifender Technologien.
Die Veranstaltung mit dem Untertitel "Modelle technologischer Innovation für Freie Medieninitiativen" findet am Sonntag, 5. September 2004 im Rahmen des Ars Electronica Festivals 2004. Linz in Österreich.
| Donnerstag, 26. August 2004 |
Live-Stream wegen Räumung von Hamburger Bauwagenplatz
Während der Aktionswoche anlässlich der drohenden Rämung des Bauwagenplatzes Wendebecken in Hamburg gibt es einen Live-Stream von FSK. Das Nachmittagsmagazin wird die Woche über mindestens von 16 - 17 Uhr zu den Ereignissen senden. Dafür ist folgende Anschrift in den Audio Player einzugeben:
http://radio.uk1.indymedia.org:8500
| Dienstag, 10. August 2004 |
Vorankündigung: BFR-Kongress im November 2004
Der diesjährige BFR-Kongress und medienpolitische Tagung findet vom 5.-7. November in Halle statt. Details und Anmeldung
SLM verweigert Veranstaltungsfrequenz in Dresden
Fragwürdige Detailfragen stellte die Sächsische Landesmedienanstalt (SLM) und lehnte gleichzeitig den Antrag auf eine Veranstaltungsfrequenz während der Sommerakademie ab. Die AntragstellerInnen fühlen sich an Zensur erinnert. Nachricht auf der Pinnwand.
10 unerhörte Jahre bei RUM
Radio Unerhört Marburg ist 10 Jahre alt geworden und hat aus
diesem Anlass die eigene Geschichte in Buchform zusammengefasst.
Weiter...
Europäische Zusammenarbeit Freier Medien
Mit dem Ende des FM@dia Forum 04 in Prag wird eine weitere Europäische Zusammenarbeit Freier Medien angestrebt. Dem Aufbau eines Ost-West übergreifenden KorrespondentInnen-Netzes Freier Medien
soll besondere Bedeutung beigemessen werden. Weiter...
Ligna-Radioballett in Hannover
Anomalisierung des Alltagslebens: Am 19. Juni geht das Interventionistische Radioballett auf Reisen.
Das Hamburger Radiokollektiv LIGNA lädt in die Hannoveraner Innenstadt ein. Weiter..
Berlin - Metropole oder kommunikative Provinz?
Unter diesem Titel findet am 13. Mai in Berlin eine Veranstaltung mit Podiumsdiskussion statt. Neben VertreterInnen des BFR und mehrerer Radioinitiativen werden als weitere Gäste erwartet: Dr. Ulrich Wenzel (Uni Erlangen), Ernst Benda (Vorsitzender des Medienrats Berlin-Brandenburg), Dietrich Peters (ver.di Berlin-Brandenburg), Michael Braun (MdA, Medienpolitischer Sprecher CDU) und Werner Voigt (Ex-Radio 100 Berlin, RBB). Organisiert wurde die Veranstaltung von der Berliner radiokampagne.de.
| Donnerstag, 29. April 2004 |
Freies Radio für Stuttgart reicht Klage ein
Nach Abschluß des Widerspruchverfahrens zur Lizenzerteilung um die Frequenz 99,2 hat das Freie Radio für Stuttgart (FRS) beim Verwaltungsgericht Stuttgart Klage eingereicht. Obwohl FRS bezüglich Zugangsoffenheit und der Gewährleistung von Meinungsvielfalt auch nach Meinung der Lizenzierungsbehörde die klar beste Bewerbung abgegeben hat, mußte es 32 Stunden der wöchentlichen Sendezeit an das in Gründung befindliche Hochschulradio Stuttgart (HoRadS) abgeben.
FRS fordert die ganze Frequenz und wehrt sich gegen die Nutzung der nichtkommerziellen Frequenz als Ausbildungsradio.
Lest die ganze Presseerklärung auf der BFR-Pinnwand oder bei FRS im Web.
Alternativer Medienpreis 2004
Radio Z und die Nürnberger Medienakademie rufen bundesweit zur Beteiligung am Alternativen Medienpreis 2004 für innovative und kritische Beiträge aus Hörfunk und Internet auf.
Bewerbungsschluß ist der 31. März 2004.
Die alljährliche Radiotagung am selben Wochenende findet dieses Jahr allerdings nicht statt.
Auf der BFR-Pinnwand findet Ihr die vollständige Ausschreibung.
| Sonntag, 29. Februar 2004 |
Themenmonat "Sans Papier" bei Lora in Zürich
Mit einem Themenmonat vom 8. März bis 3. April unterstützt Lora das "Colectivo Sin Papeles", eine Gruppe von Papierlosen, die um ihre Rechte kämpfen. Lora unterstützt damit die Anliegen der Menschen, die ohne Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung in Zürich leben. Ihre Situation wird bekannt gemacht und die aktuelle Politik der Schweiz in Bezug auf die "Sans Papiers" diskutiert. Weitere Informationen unter http://www.lora.ch.
| Dienstag, 24. Februar 2004 |
Karlsruher Hörspielpreis 2004
Querfunk Kultur schreibt dieses Jahr den Hörspielpreis zum sechsten mal aus. Gesucht werden selbst produzierte Hörstücke bis zu 15 Minuten Länge oder sogenannte "Kurzknaller", Stücke bis max. 3 Minuten Länge. Einsendeschluß ist der 30. September 2004.
Die besten Beiträge werden im Programm bei Querfunk Kultur gesendet, die GewinnerInnen in der abschließenden Sendung vorgestellt und mit der Roten Röhre prämiert.
Weitere Informationen auf der Homepage von Querfunk Kultur.

| Donnerstag, 12. Februar 2004 |
Hörbert 2004 - der Hörspielpreis von Radio Corax
Dieses Jahr schreibt auch Radio Corax einen Hörspielpreis aus. Zu gewinnen gibt es eine komplette CD-Produktion beim Hörbuch Verlag Tatarin.
Als Vorlage reicht auch eine 5-minütige Hörskizze aus, zusammen mit der Vorstellung der gesamten Idee.
Näheres erfahrt Ihr auf der BFR-Pinnwand.
| Samstag, 14. Februar 2004 |
Berliner "reboot.fm" seit 1.Februar auf Sendung
Nach den Projekten "Juniradio" und "Radioriff" vom letzten Jahr ist nun "reboot.fm" die nächste Phase des Versuchs, in Berlin einen Freien Radiosender zu etablieren.
reboot.fm sendet vom 1.2.04 bis 30.4.04 in Berlin auf der Frequenz 104.1 MHz und im Internet, täglich von 12:00 bis 6:00. Selbstverständlich ist auch bei diesem Projekt die radiokampagne.de beteiligt.
In ihrem Pressetext heißt es weiter: "Radio war das Internet der Zwanziger, das Napster der Achtziger, und ist auch heute noch das am besten geeignete Medium für lokale Communities, die jenseits des Mainstreams Nachrichten verbreiten und Musik in Umlauf bringen wollen."
Mehr Infos unter der Homepage http://www.reboot.fm

Ende Mai 2004: 9.Radiocamp am Bodensee
Vom 27.5. bis 31.5.2004 findet das diesjährige Radiocamp in Markelfingen statt. Wie jedes Jahr erwarten Euch Radioworkshops, ein kulturelles Rahmenprogramm und Freizeitaktivitäten. Details auf der AFF-Webseite.
| Mittwoch, 28. Januar 2004 |
FSK geht wegen Razzia vor Gericht
FSK erhebt schwere Vorwürfe gegen die Hamburger Polizei und wirft ihr vor, die Pressefreiheit außer Kraft gesetzt zu haben. Der Zweck der polizeilichen Durchsuchung vom vergangenen November sieht FSK darin, "Räume und Strukturen eines kritischen Medienunternehmens auszuforschen und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzuschüchtern". Zumindest einen Nachmittag lang übten Staatsanwaltschaft und Polizei direkte Zensur aus und verwandelten die Räume des Freien Sender Kombinats per richterlicher Verfügung in einen rechtsfreien Raum.
Lest die ausführliche Presseerklärung von FSK.
Weitere Meldungen befinden sich auf der nächsten Seite.
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